Wien. Darüber dürften sich Urlauber, die vom Konkurs der Thomas Cook Austria AG betroffen sind, freuen: Das Unternehmen hat für die Pauschalreisenden eine Versicherung mit einer Gesamtdeckung von 22 Millionen Euro bei Swiss Re Corporate Solutions. Der vertraglich vereinbarte Abwickler für Österreich, Allianz Partners, schreibt in einer Aussendung, dass diese Summe "aller Voraussicht nach ausreichend" sei, um die Ansprüche der betroffenen Reisenden abzudecken.

Swiss Re Corporate Solutionssichere ab sofort die Übernahme der Hotelkosten der Reisenden am Urlaubsziel und die Kosten der Rückreise und stelle eine direkte Abrechnung mit den Fluggesellschaften und Hotels sicher, so Allianz Partners. Damit können Reisende, die schon unterwegs sind, ihren Aufenthalt wie geplant fortsetzen. Sie bräuchten nichts aus der eigenen Tasche zahlen. Auch die Rückflüge seien dadurch ohne Zusatzkosten gesichert. Allianz Partners habe die Fluglinien und die Reisebüros informiert.

In der kommenden Woche dürfte sich die Situation für alle Kunden von Thomas Cook Austria, die eine Reise nach dem 4. Oktober gebucht haben, klären. Bis inklusive 4. Oktober sind bereits alle Reisen abgesagt. Ansprüche von Pauschalreisenden sind jedenfalls bis 17. November an Allianz Partners zu richten, nicht an den Masseverwalter.

Hotels die derzeit noch deutsche Thomas-Cook-Urlauber beherbergen, sollten noch am Freitag Geld von der Zurich-Versicherung bekommen. Die Zahlungen an die Hotels sind laut Zurich an die Bedingung geknüpft, dass Urlauber nicht mehr zu Extra-Zahlungen aufgefordert werden.

ÖAMTC kritisiert Schwäche im Storno-Recht

Unterdessen kritisiert der ÖAMTC, dass gesetzlich nicht klargestellt sei, dass die Insolvenz eines Reiseveranstalters zu einem kostenlosem Rücktritt vom Reisevertrag berechtigt. "Das bedeutet, dass ein gebuchter Thomas Cook-Urlaub nicht kostenlos storniert werden kann", so ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. Eine Insolvenz des Veranstalters müsse künftig immer zum kostenlosen Reiserücktritt berechtigen, auch wegen der Planungssicherheit.

Der britische Reisekonzern Thomas Cook hatte zu Wochenbeginn wegen Insolvenz sein Geschäft eingestellt. Insgesamt sind 600.000 Urlauber von der Pleite des ältesten Touristikkonzerns der Welt betroffen, darunter auch 4600 österreichische Reisende.