Graz/München. Für die Aktionäre des börsennotierten deutschen Lichtkonzerns Osram endet am heutigen Dienstag um 24.00 Uhr die mehrwöchige Frist zur Annahme eines Übernahmeangebots. Der steirische Sensorhersteller und Apple-Zulieferer ams hat sein Offert vor wenigen Tagen noch aufgestockt und bietet 41,00 Euro je Aktie. Demgegenüber gelten die US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle mit ihrem Angebot von 35,00 Euro pro Anteilsschein als chancenlos.

Dass sich ams durchsetzt, ist freilich keineswegs sicher. Zumal sich das in Premstätten bei Graz ansässige Unternehmen für das Zustandekommen des Deals eine Schwelle gesetzt hat. Demnach müssen ams mindestens 62,5 Prozent des Osram-Aktienkapitals angedient werden. Am frühen Dienstagnachmittag hatten die Steirer erst auf rund 25 Prozent der Anteile Zugriff, wobei das Gros über die Börse gekauft worden war. Meist dienen viele Profi-Anleger aus der Fonds- oder der Versicherungsbranche ihre Aktien aber praktisch in letzter Minute an.

Ein Ergebnis wird voraussichtlich erst gegen Ende der Woche vorliegen. Nach Ablauf der Annahmefrist haben die Banken, die die Aktiendepots verwalten, jedenfalls 48 Stunden Zeit, um die Ergebnisse zu übermitteln, sagte einSprecher von ams. Wegen des in Deutschland bevorstehenden Feiertags am Donnerstag ("Tag der deutschen Einheit") könnte sogar erst am Freitag feststehen, ob sich ams durchgesetzt hat.

Abzuwarten bleibt unterdessen auch, ob Bain Capital gemeinsam mit dem neuen US-Partner Advent - ebenfalls eine Investmentgesellschaft - noch vor dem heutigen Ablauf der Annahmefrist ein Angebot legt. In der vergangenen Woche hatten Bain und Advent ein Offert angekündigt, das jenes von ams bedeutend übertrumpfen sollte. Damals hatte das Angebot von ams aber noch auf 38,50 Euro gelautet, inzwischen ist es um 6,5 Prozent erhöht worden. Was ebenfalls gegen Bain und Advent spricht: Ihnen dürfte die Zeit davongelaufen sein, weil sie noch in die Bücher von Osram schauen wollten und auch die Finanzierung noch unklar war. (kle)