Elternteilzeit nehmen fast ausschließlich Mütter in Anspruch, schließt die AK weiter aus der Untersuchung. Männer arbeiten immer noch Vollzeit und machen Überstunden, obwohl sich viele Väter stärker in der Familie engagieren wollen, so Anderl. Im Beobachtungszeitraum 2005 bis 2017 ist der Teilzeitanteil der Väter mit vorschulpflichtigen Kindern von 3 Prozent auf 7 Prozent gestiegen - obwohl Männer viel öfter Rechtsanspruch auf Elternteilzeit hätten. Nehmen sie ihren Anspruch wahr, arbeiten Väter mit im Schnitt 27 bis 30 Wochenstunden deutlich länger als Mütter.

Rechtsanspruch auf Elternteilzeit gibt es in Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern und einer Beschäftigungsdauer von mindestens drei Jahren, wobei etwaige Karenzzeiten angerechnet werden können. "Die Elternteilzeit kann bis zum 7. Geburtstag des Kindes in Anspruch genommen werden, es gibt einen Kündigungs- und Entlassungsschutz bis zum 4. Geburtstag und einen Motivkündigungsschutz bis zum 7. Geburtstag", so die AK. Es ist auch möglich, dass beide Elternteile gleichzeitig in Elternteilzeit gehen, laut AK wüssten das viele allerdings nicht.

In kleinen Betrieben entscheidet der Chef

Ist der Betrieb kleiner oder entspricht das Arbeitsverhältnis nicht der Mindestdauer, kann Elternteilzeit freiwillig, bis zum Ablauf des 4. Lebensjahres des Kindes, vereinbart werden. Dabei seien Mitarbeiter dann aber vom "Goodwill" des Arbeitgebers abhängig, so Anderl. In der Praxis sei das nicht relevant, meinte Moritz. Wenig Rechtsanspruch auf Elternteilzeit gebe es - wegen der Betriebsgrößen bzw. der kurzen Beschäftigungsdauer - vor allem in Gastronomie und Handel, bei freien Berufen und wissenschaftlichen Tätigkeiten.

Deshalb soll der Rechtsanspruch auf Elternteilzeit auch auf kleinere Betriebe ausgeweitet werden. Um Familie und Beruf leichter zu vereinbaren, legte Anderl auch weitere Forderungen auf den Tisch. So soll etwa 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Kindergärten und Krippen investiert werden sowie der Mehrarbeitszuschlag bei Teilzeitmitarbeitern ab der ersten Stunde gelten und auf 50 Prozent angehoben werden.

Zudem soll es generell kürzere Arbeitszeiten geben. "Wir müssen uns die Wochenarbeitszeit genauso anschauen wie die Lebensarbeitszeit und wie die Arbeitszeit verteilt ist", heißt es von der AK. Auch die Unternehmen müssten stärker in die Pflicht genommen werden, der Papamonat sei nur ein erster Schritt. (apa)