Wien. Zur jüngsten Debatte um die Personalpolitik in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hielt Sprecher Rudolf Kaschnitz am Sonntag fest, dass bei Personalentscheidungen in der OeNB in der Vergangenheit, derzeit und auch künftig "ausschließlich die Qualifikation der jeweiligen Bewerberinnen und Bewerber" gezählt habe, zähle und zählen werde.

Es sei ein Grundsatz der Institution und des gesamten Managements auf allen Managementebenen, dass jegliche Form der Diskriminierung oder ungerechtfertigten Bevorzugung strikt abgelehnt werde. Daher würden Menschen auch aufgrund ihrer gesellschaftlichen Einstellungen und Überzeugungen innerhalb des Verfassungsbogens weder benachteiligt noch bevorzugt, heißt es in einer der "Austria Presse Agentur" übermittelten Erklärung von Kaschnitz.

Das Nachrichtenmagazin "profil" hatte am Samstag vorab berichtet, mit 1. November solle auf Wunsch von OeNB-Direktor Eduard Schock der frühere Obmann des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS), Felix Mayrbäurl, Mitglied der schlagenden Burschenschaft Libertas, eine feste Anstellung in der OeNB bekommen. Schock ist selbst Mitglied der schlagenden Verbindung Aldania. Mayrbäurl, bisher Praktikant, solle eine Stelle in der Schock unterstehenden Abteilung Informationsmanagement und Services erhalten, wo unter anderem die Poststelle, eine Druckerei und die IT-Technik untergebracht sind, so das Magazin.

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker wies am Samstag Kritik an freiheitlichen Postenbesetzungen in der Nationalbank zurück und sprach in einer Aussendung von "üblem Freiheitlichen-Bashing". An der Qualifikation der beiden Mitarbeiter, die OeNB-Direktor Eduard Schock bestellt hat, gebe es "keine Zweifel". Offenbar sei das Ziel, ein generelles Berufsverbot für Freiheitliche und alle, die den Freiheitlichen in irgendeiner Form nahestehen oder Burschenschafter sind, meinte Hafenecker.

Kaschnitz erklärte am Sonntag, durch entsprechende interne Richtlinien und Prozesse, die sich auf hohem europäischem Standard einer Notenbank befinden, würden die Risken intransparenter Vorgänge so weit wie möglich minimiert. Die OeNB lehne personelle Entscheidungen, die auf der persönlichen Gesinnung von Dienstnehmerinnen und Dienstnehmern beruhen und keinen Bezug zur Diensttätigkeit haben, strikt ab und halte Diskussionen über derartige private Aspekte sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Öffentlichkeit für unangemessen. (apa)