Mit grünen Wiesen, Bäumen und Hummeln wirbt die österreichische Post auf einer eigenen Website mit ihrer Klimainitiative. Laut Unternehmen werden Briefe, Pakete und Zeitschriften CO2-neutral zugestellt. Der größte Zusteller des Landes will dadurch seinen ökologischen Fußabdruck minimieren. Doch wie gut gelingt das in der Praxis?

Ein Blick in den Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens zeigt, dass der Fuhrpark für rund 59.000 Tonnen CO2-Emissionen verantwortlich ist. Im Vergleich zu 2017 kamen sogar noch rund 4000 Tonnen dazu. "Mit dem Fuhrpark allein kann man nicht zur Gänze Emissionen einsparen, das ist klar", sagt Post-Sprecher David Weichselbaum. Um das Klima weniger zu belasten, setzt die Post zum einen auf erneuerbare Energien. Sie betreibt drei große Photovoltaikanlagen, die die gesamte E-Flotte speisen. Aktuell besteht der Fuhrpark aus 1600 E-Fahrzeugen – laut Unternehmen die größte in Österreich. Sie machen 17 Prozent an der gesamten Flotte aus. Die Post will den Anteil sukzessive ausbauen. Bis Ende des Jahres soll die Zahl auf 1900 Fahrzeuge erhöht werden.

Zum anderen werden verbleibende Emissionen durch nationale und internationale Klimaschutzprojekte kompensiert. In Österreich unterstützt die Post etwa den Einbau von Wärmepumpen, in Indien Photovoltaikanlagen. 68.000 Tonnen seien dadurch wettgemacht worden. Unternehmen haben es unter den gegebenen Rahmenbedingungen schwer, klimaneutral zu werden, sagt der Klimaökonom Karl Steininger. "In der Übergangsphase helfen Investitionen in diese Projekte. Langfristig müssen die Unternehmen auch in den eigenen Bereichen Klimaneutralität herstellen."

Ambitionierte Ziele

Der Brief von der Oma kommt also auf CO2-neutralem Weg. Doch die Gesamtbilanz geht in eine andere Richtung. So sind die CO2-Emissionen der Post 2018 im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 71.389 Tonnen gestiegen. Laut Bericht ist das starke Wachstum im Paketbereich (+54 Prozent von 2013 bis 2018) dafür verantwortlich. Das Wachstum bremst den Klimaschutz.

Dabei verfolgt die Post das Ziel, bis 2025 die CO2-Emissionen um 14 Prozent zu reduzieren. Wie weit man diesem schon nähergekommen ist, kann Weichselbaum nicht beziffern. "Uns ist bewusst, dass wir uns vor allem im Zuge der steigenden Paketmengen hier ein sehr ambitioniertes Ziel gesetzt haben", sagt der Post-Sprecher. Erreicht werden soll es durch einen massiven Ausbau der E-Flotte und einer Verdoppelung der Photovoltaikanlagen.