Der weltweite Markt für Alpin-Ski ist im Vergleich zu den Vorjahren leicht gewachsen. "Weltweit wurden zuletzt 3,35 Millionen Paar verkauft, davon haben die vier heimischen Marken Atomic, Blizzard, Fischer und Head einen Marktanteil von rund 60 Prozent", sagte Wolfgang Mayrhofer, Atomic-Geschäftsführer und Sprecher der österreichischen Skiindustrie, am Freitag bei einem Pressegespräch in Kaprun.

Alleine in Österreich dürften heuer 380.000 bis 400.000 Paar Ski abgesetzt werden - abhängig von Winterverlauf und Schneelage. "Im eigenen Land beträgt unser Marktanteil sogar 75 Prozent", betonte Mayrhofer. International sei der größte Markt für alle Hersteller nach wie vor klar Europa mit gut 2,2 Millionen verkauften Paar - naturgemäß dominieren hier Alpenländer. Als größte Einzelmärkte gelten mit 850.000 Paar Alpinski die USA und Kanada, in der Region Asien/Pazifik wurden 300.000 Paar verkauft - mit Japan als größtem Markt.

Parallel zu den Skiern wurden global auch 3,35 Millionen Bindungen abgesetzt. Etwas mehr als Ski wurden Skischuhe verkauft - nämlich 3,5 Millionen Paar. Dazu stoßen 1,9 Millionen Langlaufski und ebenso viele Schuhe. Der weltweite Snowboard-Markt stagniert hingegen bei 0,8 Millionen Brettern.

Das Portfolio der Hersteller geht aber mittlerweile weit über Ski, Schuhe und Bindungen hinaus. Vor allem der Bereich Helme und Brillen hätte sich zuletzt "extrem gut entwickelt", erklärte Mayerhofer. "Sicherheit ist ein großes Thema - verbunden mit Mode und Lifestyle." Zudem fragmentiere sich der Markt zusehends und umfasse Sparten wie Free-Ski, Backcountry/Touring und spezielle Damen-Ski. Erfreulich sei auch, dass zunehmend höherpreisige Produkte verkauft werden. "Die Leute sind bereit, für gute Qualität mehr Geld auszugeben. Es ist ihnen etwas wert, wenn ein Skischuh nicht zwickt, nicht kalt ist und man damit auch gehen kann."

Die heimischen Marken seien dabei nicht nur in traditionellen Wintersportländern erfolgreich, die österreichischen Produzenten drängen stark in den Markt China, wo 2022 in Peking die Olympischen Winterspiele stattfinden. "Die chinesische Regierung hat es sich zum Ziel gemacht, 300 Millionen Bürger zum Wintersport zu bringen, dabei wird auch das Skifahren promotet."

Gemeinschaftsinitiative für chinesischen Markt

Gemeinsam mit anderen Unternehmen aus der Branche haben die heimischen "Big Four" nun - unterstützt vom Wirtschaftsministerium - eine Initiative für den chinesischen Markt gestartet. In einem ersten Schritt sollen 1000 Skilehrer in China ausgebildet und mit österreichischen Produkten ausgerüstet werden. So befinden sich derzeit österreichische Skilehrer in Peking, die ihrerseits chinesische Skilehrer ausbilden, die ihr Wissen "im Schneeballsystem" erneut weitergeben sollen. "Wir setzen hier voll auf eine hohe Qualität in der Ausbildung. Wir wollen damit verhindern, dass Anfänger ein schlechtes Skierlebnis haben und sich vom Sport wieder abwenden."

Denn Chinesen, die Gefallen am Skifahren finden, würden mittelfristig in die Alpen streben. "Die Skigebiete bei Peking haben oft nur einen Höhenunterschied von 150 bis 300 Metern, das ist nicht mit uns vergleichbar." Mehr als 400 Millionen Chinesen würden Studien zufolge als wohlhabend bezeichnet, Reisen gelte als Statussymbol.

Angst, dass die heimische Skiindustrie selbst einmal nach Asien abwandern könnte, hat Mayrhofer übrigens nicht. "Wir sind eine kleine, sehr kompakte Industrie. Die Forschung und Entwicklung, die Labors, die Kopfarbeit: Das findet alles in Österreich statt." Auch die Lieferanten für Rohstoffe, Kleber und Kanten würden sich im Land oder rundherum befinden. Die Gefahr, dass ein Hersteller nach China oder Asien gehe, schätze er daher als gering ein. (apa/kle)