Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Krankenstandstage in Österreich leicht erhöht. Die Beschäftigten waren im Jahresverlauf durchschnittlich 13,1 Kalendertage im Krankenstand, nach 12,5 Tage 2017, geht aus dem aktuellen Fehlzeitenreport hervor, der seit 2007 von der Wirtschaftskammer, der Arbeiterkammer und dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger gemeinsam erstellt wird.

Langfristig gesehen ist das Krankenstandsniveau in Österreich derzeit vergleichsweise niedrig: Die krankheitsbedingten Fehlzeiten erreichten 1980 ihren Höchstwert mit 17,4 Krankenstandstagen. Von da an ging es sukzessive nach unten. 1990 waren es durchschnittlich 15,2 Tage, 2000 waren die Beschäftigten rund 14,4 Tage krank.

Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und jene des Atmungssystems verursachen zusammen rund 50 Prozent der Krankenstandsfälle und gut 43 Prozent aller Krankenstandstage. Der Anteil der Verletzungen betrug im Vorjahr 16 Prozent, 2004 waren es noch 21 und 1994 fast 23 Prozent. Weiter fortgesetzt hat sich auch der langfristig rückläufige Trend in der Zahl der Arbeitsunfälle. 2018 erreichte die Unfallquote mit 318 je 10.000 Versicherte den tiefsten Stand seit 1974 (765). Damals waren statistisch gesehen 7,6 Prozent der Beschäftigten von einem Arbeitsunfall betroffen, im Jahr 2018 waren es mit 3,2 Prozent weniger als die Hälfte.

Die Zahl der psychischen Erkrankungen ist wieder leicht rückläufig. Ihr Anteil an allen Krankenstandstagen lag Mitte der 90er-Jahre noch bei 2,6 Prozent und hat sich bis zum Jahr 2014 auf 9,4 Prozent mehr als verdreifacht. Von 2015 bis 2017 blieb er konstant bei 9,2 Prozent, im Vorjahr ist er wieder leicht zurückgegangen auf 8,9 Prozent.

Die Zahl der psychischen Erkrankungen, die in einer langfristigen Betrachtung stark zugenommen hat, ist seit 2016 annähernd konstant.

"Es ist erfreulich, dass die krankheitsbedingten Fehlzeiten im langjährigen Trend nach unten gehen und sich auf einem niedrigen Niveau einpendeln", betont Alexander Biach, Verbandsvorsitzender im Hauptverband. Auch im Bereich der Arbeitsunfälle, im speziellen auch bei den tödlichen Unfällen, konnte eine massive Reduktion erreicht werden. (apa)