Um Negativzinsen bei Banken zu entgehen, leisten manche Firmen hohe freiwillige Steuervorauszahlungen, hatte Finanzminister Eduard Müller unlängst im Budgetausschuss gesagt. Laut "Kurier" und "Standard" haben 41 Unternehmen, darunter vor allem Banken und Versicherungen, über 100.000 Euro Gutschrift bei der Finanz. Zusammen haben sie 900 Millionen Euro dort gelagert.

Teile der Vorauszahlungen könnten auch durch höhere Gewinne begründet sein, aber Experten schätzten, dass mehr als ein Drittel der Gutschriften primär Veranlagungszwecken dienen, so der "Standard". Die Finanz hoffe, 300 bis 400 Millionen Euro an die Banken und Versicherer zurückbuchen zu können, so der "Kurier".

Die Finanz wolle mit den Banken und Versicherungen einvernehmliche Lösungen erarbeiten. Wenn das nicht gelingt, erfolgt die Rückzahlung der Gutschrift per Bescheid, so das Ministerium. Bis 1. Oktober des Folgejahres fallen noch keine Zinsen an, danach aber bis zur Erstellung eines Bescheids zwei Prozentpunkte über dem Basissatz von derzeit minus 0,62 Prozent, also rund 1,4 Prozent. Aber schon das Ersparen von Negativzinsen sei derzeit lukrativ. (apa)