Onlinebanken werden 2020 stärker im Visier der österreichischen Finanzmarktaufsicht stehen. Das ist einer der Prüfungsschwerpunkte. In den Augen der FMA ist das Risiko, für Geldwäsche missbraucht zu werden, für Direktbanken höher. In höheren Risikokategorien bewegen sich auch Geldhäuser mit starker Ost-Orientierung. Verschärft werden sollen Pflichten für Handelsplattformen und Kryptogeldfirmen.

Vor zehn Jahren sei der österreichische Finanzplatz drauf und dran gewesen, sich ein gravierendes Reputationsproblem einzuhandeln. Internationale Behördenstellen im Kampf gegen Geldwäsche übten scharfe Kritik an Praktiken am Finanzplatz, die Reputation drohte in Richtung Schmuddel-Destination abzugleiten, wie die FMA am Donnerstag resümierte. Damals übertrug die Regierung der FMA die Geldwäsche-Prävention.

Nach vier Evaluierungsrunden gab es von der OECD-Antigeldwäscheeinheit FATF vor gut zwei Jahren dann recht gute Zeugnisse. Man halte strikt am Auftrag einer "Null-Toleranz-Politik" fest, betonten die FMA-Vorstände Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller am Donnerstag vor Journalisten. Das Instrumentarium will man aber weiterentwickeln.

Die Zahl der Geldwäsche-Verdachtsmeldungen steigt. Die Meldedisziplin habe zugenommen, sagen die Aufseher. Heute wisse jeder, was Thema sei. 95 Prozent der Verdachtsmeldungen kämen aus Finanzinstituten, auch die Qualität stimme. Es würden auch "die richtigen" Fälle gemeldet, hieß es, also nicht nur kleine Vergehen. Die Finanzmarktaufsicht wünscht sich nicht nur weiter verstärkte internationale, grenzüberschreitende Kooperation, sondern auf Europaebene auch eine eigene Institution zur Geldwäscheprävention.

Geldwäschevorwürfe gab es, wie berichtet, gegen die frühere Meinl Bank, die sich in Anglo Austrian Bank (AAB) umbenannt hat. Der Bank war von der Europäischen Zentralbank (EZB) am 15. November die Banklizenz entzogen worden. Aufgrund einer Beschwerde der Bank-Mutter "Far East" hatte das Gericht der Europäischen Union (EuG) die sofortige Wirksamkeit des Lizenzentzugs vorübergehend ausgesetzt. Inhaltlich "zurückgenommen" worden sei nichts, hieß es nun in der FMA: In solchen Fällen sei immer damit zu rechnen, dass eine Behördenentscheidung angefochten werde und der Streit durch alle Instanzen gehe. In dem Verfahren werde zur Zeit die EZB angehört, die Wiener FMA ist hier nicht Partei.

Warnung vor intransparenten Finanzdienstleistern

Zu allfälligen weiteren Lizenzverfahren machte die Aufsicht keine Angaben. Ohne Namen zu nennen spricht sich die FMA dafür aus, Marktteilnehmer konsequent vom Markt zu entfernen, die sich nicht an Spielregeln hielten. Weil viele Konsumenten auf der Suche nach rentierlichen Alternativen zum klassischen Sparbuch seien, tummelten sich gerade auch Anbieter von Finanzdiensten am Markt, die es mit der Transparenz nicht so genau nähmen oder betrügerisch unterwegs seien.

Weiter unter Observanz der Aufseher ist der Markt für Immo-Kredite, hier wurde schon wiederholt eine laxe Vergabe adressiert. Man finde immer mehr Situationen vor, die man vor dem Jahr 2008 kannte. Das Problem sei das "Pricing". Hochriskante Produkte würden sehr, sehr niedrig bepreist und nicht nach ihrem Risiko, sagte Ettl.(apa)