Der Rechnungshof legte den Einkommensbericht zu den Vorständen, Aufsichtsräten und insgesamt 238.916 Beschäftigten in 427 Unternehmen und Einrichtungen des Bundes für 2018 vor. Es zeigt sich, dass  die Jahreseinkommen der 637 Mitglieder des Vorstands oder der Geschäftsführung im vergangenen Jahr 218.300 Euro. 

Vorstände der Verkehrsbranche verdienen mehr als der Bundeskanzler

Die Branche mit den höchsten Durchschnittseinkommen dieser Führungsebene war "Verkehr und Lagerei" mit 377.400 Euro. Hierzu zählen Unternehmen und Einrichtungen wie die Rail Cargo Austria AG, ÖBB-Infrastruktur AG, ÖBB-Personenverkehr AG, Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-AG, aber auch die Österreichische Post AG. Wie schon im Jahr davor erzielten die Vorstandsmitglieder der Post mit durchschnittlich 1.850.700 Euro die höchsten Einkommen, gefolgt von der Verbund AG mit 1.426.200 Euro. 

Im Jahr 2018 wiesen 22 von insgesamt 427 Unternehmen und Einrichtungen für 54 von insgesamt 637 Mitgliedern des Vorstands beziehungsweise der Geschäftsführung Bezüge über jenem des Bundeskanzlers aus. Dieser hatte vergangenes Jahr ein Jahreseinkommen von 306.451,60 Euro.

Frauenanteil steigt zwar, die Bezüge sind aber geringer

Der Frauenanteil in den Vorständen stieg 2018 um rund einen Prozentpunkt auf 21,6 Prozent. Die Einkommen von weiblichen Vorstandsmitgliedern und der Geschäftsführerinnen betrugen im Durchschnitt aber nur 180.285 Euro und damit durchschnittlich 79,4 Prozent der Einkommen ihrer männlichen Kollegen.

Der Bericht zeigt auch, dass Unternehmen und Einrichtungen des Bundes die gesetzlich vorgeschriebene Quote von 30 Prozent Frauen in Aufsichtsräten einhalten. Konkret lag sie 2018 bei 31,4 Prozent. Weibliche Aufsichtsratsmitglieder erhielten mit 4580 Euro im Durchschnitt 83,5 Prozent der Vergütung ihrer männlichen Kollegen mit 5483 Euro für das Jahr 2018.

Das Durchschnittsjahreseinkommen aller Mitarbeiter in Staatsbetrieben wurde nicht nach Frauen und Männern aufgeschlüsselt. Sie stiegen gegenüber 2017 um zwei Prozent auf 55.200 Euro im Jahr 2018.

Der Einkommensbericht wird auf der Homepage des Rechnungshof zum Download  angeboten.