Von den Vergleichsverhandlungen zwischen Volkswagen und dem deutschen Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) im VW-Abgasskandal könnten 1100 Österreicher profitieren. So viele haben sich dem Vergleichsverfahren angeschlossen. Der österreichische Verbraucherschützer Peter Kolba erwartet, dass es für sie eine Wiedergutmachung geben wird.

"Ich glaube, dass es Schadenersatz geben wird", sagte er am Freitag im "Ö1-Mittagsjournal". Er rechnet mit einer Einigung noch vor dem Sommer. Denn dann würden weitere Gerichtsverfahren für VW anstehen, die sich der Autobauer möglicherweise ersparen will.

Bis dato gibt es noch kein höchstgerichtliches Urteil im Abgasskandal. Kritiker werfen VW vor, letztinstanzliche Urteile zu scheuen und im Notfall vor dem nächsten Instanzenzug einen Vergleich mit den Klägern zu suchen. Verglichen hat sich der deutsche Weltkonzern jedenfalls mit dem österreichischen Innenministerium, dessen Polizeifuhrpark auf VW setzt. Wie viel VW an die Republik zahlt, verriet das Innenministerium nicht.

In der Causa Abgasskandal seien derzeit rund 560 Einzelklagen anhängig, das seien um 300 weniger als vor einem Jahr, so die Porsche Holding kürzlich in Wien. In erster und zweiter Instanz wurden den Angaben zufolge 246 Klagen abgewiesen, aber zehnmal zog der VW-Importeur zweitinstanzlich den Kürzeren. 93 Prozent aller beanstandeten Diesel seien bisher umgerüstet worden. (apa)