Das Geheimnis ist gelüftet: Die neue Bank der österreichischen Post AG heißt "bank99", und sie startet am 1. April. Das wurde am Donnerstag im Rahmen der alljährlichen Jahresauftaktveranstaltung für ausgewählte Führungskräfte der Post bekanntgegeben.

Im Herbst 2017 hatte der langjähriger Partner Bawag P.S.K. die Kooperation mit der Post aufgegeben. Post-Generaldirektor Georg Pölzl machte sich daraufhin auf die Suche nach einem neuen Partner, der zunächst in der deutschen FinTech Group gefunden schien.

Doch das geplante Joint-Venture mit dem auf digitale Finanzdienstleistungen spezialisierten Institut scheiterte. Als unerwünschte Mitgift blieb der Post ein 35 Millionen Euro schweres FinTech-Aktienpaket, denn es war Teil der Vereinbarung, dass die Post rund 1.225.761 neue Fintech-Aktien zeichnet. Sie zahlte dafür 28,50 Euro je Aktie.

Die FinTech Group hat sich in der Zwischenzeit in Flatex Bank AG umbenannt, deren Börsenkurs aktuell bei knapp unter 27 Euro liegt.

Mit Brüll Kallmus zur Banklizenz

Die Post bekam ihre Banklizenz schließlich doch. Im Frühjahr 2019 einigte man sich mit der Grazer Wechselseitigen (GraWe) und erwarb von dieser 80 Prozent der Brüll Kallmus Bank. Im Zuge einer Kapitalerhöhung brachte die Post 56 Millionen Euro ein.

Ab 1. April 2020 bietet die Post nun mit der bank99 in ihren eigenbetriebenen Filialen Bank- und Finanzdienstleistungen an, die Post Partner folgen mit 4. Mai 2020. "Mit der bank99 sprechen wir 99 Prozent der Menschen in Österreich an, die sich sowohl eine Digital- als auch eine Filial-Bank wünschen", so Pölzl.

Das Angebot umfasst zum Start Dienstleistungen und Produkte rund um Girokonten, Zahlungsverkehr, Kreditkarten, Debitkarten und Sparprodukte. Pölzl verspricht: "Wir werden die besten Öffnungszeiten der Branche haben." Insbesondere die ländlichen Regionen mit ausgedünnter Infrastruktur sollen profitieren.

Die ehemalige "Arbeiterbank" Bawag hatte im Jahr 2000 von der Republik Österreich 74,82 Prozent der Österreichischen Postsparkasse (P.S.K.) übernommen und später auch die restlichen Anteile gekauft. Im Jahre 2005 kam es zur endgültigen Fusion zur Bawag P.S.K., der viertgrößten Bankengruppe Österreichs.