Da freut man sich auf einen belebenden Espresso zum Wachwerden, aber die Kaffeemaschine streikt - für viele eine Horrorvorstellung. Doch zum Glück gibt es Kaffee auch außer Haus. Wenn hingegen das Display der Waschmaschine eine Fehlermeldung zeigt, ist echte Verzweiflung da. Es könnte aber noch schlimmer kommen, nämlich wenn das Handy plötzlich den Geist aufgibt.

Dinge gehen kaputt. Sie fallen hinunter und zerbrechen. Oder sie bekommen eine Delle. Oder sie funktionieren nach Ablauf der Garantie einfach nicht mehr, wie es bei Elektrogeräten oft der Fall ist. Das heißt aber nicht immer, dass sie schon am Ende ihres Lebens angelangt sind. Vieles lässt sich reparieren. Aber zahlt sich das aus? Selber herumbasteln - besser nicht. Zu einem Reparaturbetrieb gehen? Wenn das nur nicht so teuer wäre. Da kauft man sich am besten gleich ein neues Produkt: Willkommen in der Wegwerfgesellschaft.

116.500 Tonnen
Elektroaltgeräte gesammelt

Doch nicht jeder kaputte Mixer landet gleich im Mistkübel. 116.500 Tonnen Elektroaltgeräte wurden 2018 österreichweit an den eigens dafür geschaffenen Stellen abgegeben, wobei die Steirer mit 13,82 Kilo je Einwohner am meisten sammelten. Wien bildete mit 6,48 Kilo pro Einwohner das Schlusslicht, geht aus Daten der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) hervor. Die in den Geräten enthaltenen Schadstoffe, Kunststoffe und Metalle werden in Verwertungsanlagen voneinander getrennt.

Umso ärgerlicher ist es, wenn Dinge, die vielleicht noch repariert werden könnten und deren Lebensdauer sich dadurch erhöhen könnte, gedankenlos im Hausmüll entsorgt werden.

Doch es geht auch anders. Die Stadt Graz, wo jährlich rund 2100 Tonnen Elektromüll anfallen, rief im November 2016 eine Förderung für die Reparatur von Elektrogeräten ins Leben und animiert so die Bevölkerung, funktionsunfähige Waschmaschinen, Kaffeautomaten, Mixer, Mobiltelefone & Co reparieren zu lassen. Pro Familie und Jahr wird seitdem ein Betrag von 50 Prozent der Reparaturkosten bis zu maximal 100 Euro rückerstattet, auch auf mehrere Reparaturen aufgeteilt.

Bewegte sich die Zahl der Anträge im ersten vollen Jahr noch im niedrigen dreistelligen Bereich, wurden 2018 bereits knapp über 1000 Anträge positiv bearbeitet. Im vergangenen Jahr waren es bereits 3000. Eine Bedingung für die Rückerstattung ist, dass die Reparaturen von Betrieben durchgeführt werden, die bei der Initiative "Graz repariert" oder im Reparaturführer Österreich gelistet sind. Die Anträge müssen zudem über ein Online-Formular eingereicht werden.