Der Optimismus in der heimischen Wirtschaft ist zuletzt gestiegen. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichen Bank-Austria-Konjunkturindikator hervor. Die heimische Wirtschaft dürfte trotzdem heuer nur um ein Prozent wachsen, erwarten die Volkswirte der Bank Austria. Sie sind damit pessimistischer als die EU-Kommission in ihrer gestrigen Prognose, die von 1,3 Prozent Wachstum ausgeht.

Die Exportwirtschaft profitiere vom Abschluss des US-China-Handelsabkommens. Der Coronavirus werde sich voraussichtlich nur wenig auf die heimische Wirtschaft auswirken, da der Wertschöpfungsanteil aus China bei nur 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liege. Und das gute Wetter habe zu Jahresbeginn die Arbeitslosigkeit sinken lassen, so die Bank-Austria-Experten Stefan Bruckbauer und Walter Pudschedl. Im Jahresdurchschnitt 2020 werde die Arbeitslosigkeit allerdings konjunkturbedingt auf 7,5 Prozent ansteigen. Die Inflation werde im Durchschnitt bei 1,5 Prozent liegen.

Die Industrie sei noch in einer milden Rezession, während sich die Rahmenbedingungen für die Exportwirtschaft verbessert haben, schreibt Bank-Austria-Chefökonom Bruckbauer. Bauwirtschaft und Dienstleistungssektor profitierten vom erneut gestiegenen Optimismus der Konsumenten.

Wie sehr sich das Coronavirus auf die Weltwirtschaft auswirken wird, sei noch nicht abschätzbar. Da aber die chinesische Wirtschaft inzwischen fast 17 Prozent der Weltwirtschaft ausmache, sei der Effekt groß. "Laut Modellrechnung würde eine Verringerung des Wachstums in China um einen Prozentpunkt die globale Wirtschaft um 0,4 und die europäische Wirtschaft um rund 0,25 Prozentpunkte belasten", so Bruckbauer.

Der Experte rechnet auch mit einem Konjunkturabschwung in den USA, der auf die österreichische Wirtschaft dämpfend wirken werde. "Anhaltende Handelshemmnisse, eine rückläufige Unternehmensrentabilität und auslaufende fiskalische Impulse lassen sogar eine milde Rezession der US-Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte möglich erscheinen." (apa/kle)