In Österreich sind negative Realzinsen schon lange bittere Realität. Seit 2011 haben die Österreicher, wenn sie ihre Gelder auf einem Sparbuch oder Sparkonto veranlagt haben, unter Berücksichtigung der Inflation real 27 Milliarden Euro verloren, trotz eines nominalen Zinsplus von gut 12 Milliarden Euro. Obwohl also Geld auf Sparbüchern oder Sparkonten in absoluten Zahlen jedes Jahr mehr wert wurde (in den vergangenen Jahren aber nur marginal), nimmt die Kaufkraft wegen der allgemeinen Teuerung ab.

Wie die deutsche Plattform Tagesgeldvergleich.net auf Basis von Zahlen der Europäischen Zentralbank errechnet hat, gab es zuletzt in keinem Staat der Eurozone mehr positive Realzinsen auf Spareinlagen. In den Ländern der Eurozone hatte 2019 jeder Bürger im Durchschnitt einen negativen realen Zinsertrag von rund 176 Euro, dem stand ein nominaler positiver Zinsertrag pro Kopf von rund 42 Euro gegenüber. Österreich lag 2019 mit einem realen Minus pro Kopf von 329 Euro im Euroraum-Vergleich auf Platz 16 und damit deutlich unter dem Schnitt der Währungszone. Nominal gab es dagegen für österreichische Sparer ein durchschnittliches Zinsplus pro Kopf von 43 Euro auf Spareinlagen.

Quelle: APA / tagesgeldvergleich.net - © WZ-Grafik
Quelle: APA / tagesgeldvergleich.net - © WZ-Grafik

Die Inflation frisst die nominalen positiven Zinsen jedenfalls bereits seit vielen Jahren zur Gänze auf. Seit 2010 liegen die realen Sparzinsen pro Kopf hierzulande deutlich unter null, zugleich schrumpfen die nominalen Zinserträge Jahr für Jahr. Phasen negativer Realzinsen hat es übrigens immer wieder gegeben – nach Aufzeichnungen der Nationalbank seit 1954. (apa/kle)