Das Bombardier-Zuggeschäft soll an den französischen TGV-Hersteller Alstom gehen. Die Übernahme betrifft auch rund 700 Mitarbeiter in Wien. Dort lautet die Devise vorerst abwarten. "Es gibt vielleicht eine gewisse Verunsicherung, aber keine Besorgnis", sagte Betriebsrat Michael Richter am Dienstag zur Austria Presse Agentur.

Der Standort Wien sei sowohl in der Entwicklung als auch in der Produktion von Straßenbahnen und U-Bahnen gut aufgestellt, deshalb seien allzu große Sorgen nicht angebracht, sagte Richter. Das habe er seinen Kolleginnen und Kollegen auch intern in einem Schreiben kommuniziert.

Richter sprach sogar von einer "Aufbruchsstimmung": Aufgrund der Unternehmenskrise sei die Struktur bei Bombardier immer verworrener geworden, die Übernahme könnte sozusagen eine Art Licht am Ende des Tunnels sein, so Richter. Der kanadische Konzern steht wegen hoher Schulden de facto vor der Zerschlagung. Um zu Geld zu kommen, stieg Bombardier vergangene Woche bereits bei dem gemeinsam mit Airbus gebauten Kurz- und Mittelstreckenjet Airbus A220 aus.

Wie sich der Verkauf der Bahnsparte, sollte er von der EU genehmigt werden, konkret auf das Werk in Wien auswirkt, sei zum jetzigen Zeitpunkt absolut nicht abzuschätzen. Dies hänge auch von Überschneidungen bei Bombardier und Alstom sowie möglichen Auflagen der EU-Wettbewerbshüter ab, meinte Richter. Er rechnet, dass der Zusammenschluss mehr als ein Jahr dauern wird. Das heißt, vorerst geht die Arbeit in Wien weiter wie bisher. (apa/kle)