Für die österreichische Wirtschaft scheint das Corona-Virus bisher ein noch "überschaubares Problem" zu sein, meint der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS), Martin Kocher. Selbst für den Fall, dass die Situation in Italien schlimmer werde, rechne man - Stand heute - mit einem Minus von maximal 400 bis 500 Millionen Euro bzw. gut 0,1 Prozent der Wirtschaftsleistung, erklärte er am Samstag.

Vom IHS noch nicht berücksichtigt wurde allerdings die Situation in Deutschland, die für Österreich noch bedeutender sei als jene in Italien, wie es in einer Aussendung hieß. Vorsichtig optimistisch zeigt sich das Institut für die Lage in China. "Rechnet man die Infektionsdynamik in der Region Hubei weiter, könnte das Corona-Virus bis Ende April weitgehend unter Kontrolle sein", so IHS-Gesundheitsökonom Thomas Czypionka. Damit würde sich die wirtschaftliche Aktivität in China im zweiten Quartal weitgehend normalisieren.

"Unsere Untersuchung zeigt, dass die ökonomischen Kosten bei einer Eindämmungs- oder Verlangsamungsstrategie überschaubar sind", meinte Czypionka zum weiteren Vorgehen auf politischer Ebene. Es sei allerdings wichtig zu bedenken, dass Infektionen einem exponentiellen Wachstum folgen, also bei mangelnder Eindämmung rasch ansteigen können und weit größere Folgen nach sich ziehen: "Daher sollten gegebenenfalls auch die kurzfristigen Kosten einer entschiedenen Eindämmungsstrategie in Kauf genommen werden, um mögliche mittelfristige Kosten zu reduzieren." (apa/kle)