Not macht erfinderisch: Die heimischen Lebensmittelketten rüsten ihre Kassen mit Plexiglasscheiben aus, um Beschäftigte und Kunden besser zu schützen. Spar etwa installiert die Schutzwände in allen 1500 Märkten. "Die Vorbereitungen laufen und wir hoffen, das in den nächsten Tagen überall umsetzen zu können", sagte Spar-Sprecherin Nicole Berkmann. Auch bei Billa, Hofer und Penny sind sie in Ausrollung.

In einer Billa-Filiale sei der Schutz bereits getestet worden und werde sukzessive in allen Filialen angebracht, sagte Rewe-Sprecherin Ines Schurin. Auch in den mehr als 500 Filialen des Diskonters Hofer erwartet die Kundschaft dieses ungewöhnliche Bild. "Hofer-Kunden müssen nicht besorgt sein, dieses 'Schutzschild' dient lediglich als weitere Vorsichtsmaßnahme", heißt es seitens der Supermarktkette am Mittwoch.

Laut dem Rewe-Sprecher Paul Pöttschacher wird derzeit geprüft, diese Plexiglaswände flächendeckend bei 1100 Billa-Filialen einzubauen.  Die Billa-Filiale in Brunn am Gebirge wurde bereits mit den Wänden ausgestattet.

Außerdem werden in allen Billa-Filialen am Boden Markierungen im Abstand von zwei Metern aufgeklebt, um genügend Abstand zwischen den Kunden sicherzustellen. Diese visuellen Effekte gibt es bereits in Supermärkten in Dänemark.

Wie lange die Einrichtung der Plexiglaswände dauern wird, kann Pöttschacher nicht sagen. "Wir gehen davon aus, dass es schnell geht."

Um die Mitarbeiter besser vor einer Ansteckung durch Covid-19 schützen zu können, werden auch Schutzmasken und Handschuhe verteilt. Schutzmasken seien derzeit schwierig zu bekommen. Handschuhe seien besser verfügbar.

Darüber hinaus versuchen derzeit alle Lebensmittelhändler, jüngere Beschäftigte an den Kassen arbeiten zu lassen und Ältere eher beim Einschlichten einzusetzen.

Der Lebensmittelhandel sucht momentan händeringend Mitarbeiter. In den Lagern der großen Supermarktketten helfen auch Soldaten und Vertragsbedienstete des Heeres aus. Auch Berufsschüler im Lebensmittelhandel müssen in die Betriebe, da die Schulen ohnehin geschlossen sind. Spar bereitet gerade die Beschäftigen der Sporthandelskette Hervis vor, in den Supermärkten auszuhelfen. Rewe mit seinen Linien Billa, Merkur, Penny, Adeg und Bipa kann schon auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kika und Leiner zurückgreifen.

Abgesehen von wenigen Branchen, die der Grundversorgung dienen, sind alle Geschäfte seit Montag geschlossen. Um keinen Totalausfall zu haben, setzen viele nun verstärkt auf den Onlinehandel. MediaMarkt/Saturn etwa bemerkt derzeit ein starkes Wachstum bei Produkten, die für Home-Office benötigt werden, wie Notebooks, Monitore und Drucker. (apa,mort)