Den Shopbetreibern in Österreichs Einkaufszentren gehen wegen des Shutdown aufgrund der Coronavirus-Pandemie laut dem Beratungsunternehmen Standort + Markt täglich 68,5 Prozent des Umsatzes verloren, das sind 29,7 Millionen Euro brutto. Als Beispiel für innerstädtische Shopping-Flächen hat man sich die Grazer City angeschaut: Der voraussichtliche durchschnittliche Umsatzverlust liege bei 2,2 Millionen Euro pro Tag.

Bei den Einkaufszentren seien Retail-Parks aufgrund ihres stärker auf die primäre Nahversorgung ausgerichteten Mix von den Umsatzverlusten deutlich schwächer betroffen als geschlossene Shopping Malls. Insbesondere größere Malls mit hohem Bekleidungsanteil hätten hier besonders zu kämpfen, so Standort + Markt am Freitag in einer Pressemitteilung.

Es blieben aber nicht nur die Umsätze aus, auch die Mieten müssten bestritten werden. Gehe man (konservativ) bei Shopping Malls von einer Netto-Monatsmiete von 25 Euro pro Quadratmeter vermietbarer Fläche und 8 Euro Betriebskosten/m2 aus, "so kosten die zwangsgeschlossenen Flächen monatlich in Summe knapp 76 Millionen Euro. Bei Retail Parks wurden die Werte niedriger angesetzt.

Nicht nutzbare Flächen kosten viel Geld

Die in Fachmarktzentren nicht nutzbaren Flächen würden monatlich mit insgesamt 12 Millionen Euro zu Buche schlagen. "In Summe stehen damit monatlich knapp 90 Millionen Euro Kosten im Raum, um die wohl zukünftig trefflich diskutiert wird, wer sie zu begleichen hat." Exemplarisch untersucht wurde das Wiener Aufhof-Center: Hier seien 13 Prozent der gesamten vermietbaren Fläche derzeit in Betrieb, der tägliche Umsatzverlust liege nach ersten Berechnungen bei voraussichtlich einer halben Million Euro, davon die Hälfte im Modebereich.

Insgesamt gebe es 2019/20 in Österreich 242 Shopping-Center mit rund 4,1 Millionen Quadratmeter vermietbarer Shopfläche, davon 141 Shopping Malls und 101 Retail Parks. Der jährliche Bruttoumsatz sei 2019 nach vorläufigen Zahlen bei rund 13 Milliarden Euro gelegen und von gut 8700 Shops erwirtschaftet worden.

In der Grazer City wurden den Analysen des Beratungsunternehmens zufolge auf Verkaufsflächen (Einzelhandel, Gastronomie, konsumnahe Dienstleistungen) von 175.400 Quadratmetern im Vorjahr gut 790 Millionen Euro Umsätze erzielt. Davon entfielen rund 670 Millionen Euro auf Branchen, die von der verordneten Schließung betroffen sind. Shopflächen im primären Versorgungsbereich wie Lebensmittelhandel, Drogerien, Apotheken, Trafiken und Tierfutteranbieter aber ohne Post Banken hätten 125 Millionen Euro Umsätze erzielt. Von den täglich erwarteten Umsätzen in Höhe von 2,64 Millionen Euro blieben 84 Prozent aus. "Bei rund 300 Ladenöffnungstagen liegt damit der voraussichtlich durchschnittliche Brutto-Umsatzverlust in der City von Graz bei 2,2 Millionen Euro pro Tag", so Standort + Markt.

Eine erste vorläufige Berechnung wurde auch für die Gastronomie in Österreich erstellt: Gehe man von einem Nettoumsatz von 11,5 Milliarden Euro im Jahr 2019 aus, liege der wahrscheinliche Netto-Umsatzentgang bei einem Ansatz von 300 Öffnungstagen bei 38,3 Millionen Euro pro Tag. (apa)