Es geht um Zehntausende Existenzen. Shop-Besitzer, Gastronomen, Friseure, Physiotherapeuten, Fotografen: Viele EPU, Kleinstunternehmer und Selbstständige haben Sorgen, wie sie ihren Betrieb am Laufen halten, wenn die Kunden ausbleiben.

Ab Freitag im Laufe des Nachmittags sollen Anträge bei der Wirtschaftskammer Österreich gestellt werden können, sagte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) am Donnerstag. In einer ersten Phase soll es ab Freitag 1000 Euro Soforthilfe geben. Für diese reiche laut Kogler eine Ausweis-Kopie. Danach soll es bis zu 2000 Euro monatlich pro Fall geben. Wie viel Geld ausbezahlt wird, werde daran bemessen, wie groß die Einkommensverluste der betroffenen Unternehmen sind, sagte Kogler.

Finanzminister Blümel (ÖVP) sagte, in der ersten Phase gehe es um eine Selbsteinschätzung der Unternehmen. "Das Geld soll schnell fließen, danach kontrollieren wir stichprobenartig", sagte Blümel. In der zweiten Phase geht es um den nachgewiesenen Verdienstentgang. Details dazu gibt es noch nicht. Laut Blümel werde derzeit an den Richtlinien gearbeitet. Die Regierung betonte noch einmal, dass diese Zuschüsse nicht zurückgezahlt werden müssen.

Ob die maximale Auszahlungssumme dann auf insgesamt 7000 Euro steigt, konnte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums nicht beantworten. "Ob die Soforthilfezahlung von 500/1000 Euro angerechnet wird oder nicht ist derzeit noch Gegenstand von Verhandlungen", sagte die Sprecherin gegenüber der APA.

Notfallkredite bis zu 120 Millionen Euro

Laut Wirtschaftskammer gab es bisher über 70.000 Anmeldungen für einen Newsletter. Blümel geht aber davon aus, dass es mehr werden. Er rechnet damit, dass die Hilfen im Laufe der kommenden Woche auf den Konten der Unternehmen sind.

Der mit einer Milliarde Euro dotierte Härtefallfonds ist Teil des von Regierung und Parlament geschnürten 38-Milliarden-Euro-Hilfspakets. Von diesem Fonds sollen Kleinunternehmer mit maximal neun Mitarbeitern sowie Selbstständige, freie Dienstnehmer und Einpersonenunternehmer profitieren.

Daneben gibt es den mit 15 Milliarden Euro befüllten Nothilfefonds. Dieser Topf sei für die von den Schließungen direkt betroffenen Branchen wie Gastronomie, Tourismus und Handel vorgesehen. Es handel sich um eine Mischmodell, um Liquidität zu schaffen und Schäden zu ersetzen, sagte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP). Es seien Notfallkredite bis zu 120 Millionen Euro vorgesehen. Das austria wirtschaftsservice aws hat ein digitales Schnellverfahren aufgelegt. Laut Schramböck arbeite man eng mit den Banken zusammen.

Unternehmen können zunächst die Quartalsumsatz-Summe beantragen. Diese Summe bekommen sie als Kredit, mit günstigen Zinsen, wie Vizekanzler Kogler betont. Nach einem Jahr wird abgerechnet: Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten? Diese Kosten würden zum größten Teil ersetzt und diese Teile des Kredits würden in einen Zuschuss umgewandelt werden. "Die betroffenen Unternehmen bekommen bis zu drei Viertel ihrer Betriebskosten vom Staat ersetzt", sagt Finanzminister Blümel.