Die Corona-Krise macht auch vor den ÖBB nicht halt. "Wir müssen derzeit konzernweit von 10 Millionen Euro pro Tag weniger Umsatz ausgehen", sagt ÖBB-Chef Andreas Matthä im "Kurier" (Online) Donnerstagnachmittag. Zeitliche Folgen hat die Corona-Pandemie auch für die Brennerbasistunnel-Großbaustelle.

"Die einzige Baustelle, die wir tatsächlich einstellen werden müssen, ist der Brennerbasistunnel, weil es auf italienischer Seite hier behördliche Anordnungen und auf Tiroler Seite verschärfte Restriktionen gibt. Dort werden wir sicher zeitlich in Verzug kommen, denn so eine große Baustelle wieder hochzufahren, das wird dauern", davon geht der ÖBB-Chef aus.

Kurzarbeit für ein Viertel der Beschäftigten

Rund 25 bis 30 Prozent der Bundesbahnmitarbeiter werden in Kurzarbeit gehen müssen, verteilt über das ganze Unternehmen. Zum Teil sei auch das fahrende Personal betroffen. Fahrdienstleiter seien es fast nicht, denn solange eine Strecke geöffnet sei und Züge fahren, brauche man um Fahrdienstleiter, um diese kritische Infrastruktur am Laufen zu halten. Aber natürlich seien Triebfahrzeugführer, Zugbegleiter, Buslenker und andere betroffen.

Allein beim ÖBB Postbus gebe es rund 30 Prozent weniger bestellte Verkehre, in den Quarantänegebiete seien es 60 bis 70 Prozent. "Aber selbst dort fahren noch einzelne Busse, denn sonst würden Krankenpfleger, Polizisten oder andere kritische Berufsgruppen nicht in die Arbeit und wieder nachhause kommen", schildert der Bahnchef in dem Interview. (apa)