1000 Euro sollen die von der Krise schwer getroffenen Einpersonenunternehmen, Selbstständigen und Kleinstunternehmer in einem ersten Schritt aus dem Härtefallfonds bekommen. Danach will die Regierung jeweils 2000 Euro maximal für drei Monate auszahlen. 6000 Euro sollen es insgesamt maximal sein.

Seit Tagen warten die Unternehmen auf Gelder. Die WKÖ, die die Zahlungen aus dem Härtefallfonds abwickelt, verspricht eine rasche Auszahlung innerhalb von wenigen Tagen. Das sagte Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) im Ö1- "Morgenjournal". Bei einem Antrag bis Sonntagabend soll eine Firma spätestens Mittwoch mit dem Geld rechnen können.

"Wir zahlen tagesaktuell aus. Es wird dann jeweils in der Nacht das Geld überwiesen", das erfolge automatisiert, erklärte Kopf.

WKÖ erwartet "riesigen Ansturm"

Kopf erwartet einen "riesigen Ansturm", wenn ab 17.00 Uhr die Antragstellung möglich sein wird. Deswegen appellierte er an alle Antragsteller: "Es muss nicht um 17.00 Uhr sein. Wir sind auch Samstag und Sonntag im Einsatz. Wir wären sehr dankbar, wenn uns nicht alle gleich um 17.00 Uhr stürmen würden." Die Wirtschaftskammer sei außerdem technisch vorbereitet. Die Serverkapazitäten seien größtmöglich aufgestockt worden. Und für telefonische Auskünfte stünden mehr als 200 Mitarbeiter zur Verfügung.

Kopf geht außerdem davon aus, dass die eine Milliarde aus dem Härtefonds aufgestockt wird. "Es ist nicht so, dass nach dem Prinzip 'first come, first serve, bis das Geld aufgebraucht ist', gefördert wird. Ich würde mal schätzen, dass es über die Milliarde hinaus gehen wird." Die Regierung habe zugesagt, dass für alle Anspruchsberechtigen Geld zur Verfügung stehen werde.

WKÖ hat Grundumlage ausgesetzt

Dass österreichische Kleinstunternehmer maximal 6.000 Euro aus dem Härtefonds beziehen können, während es in Deutschland etwa 15.000 sind, ließ Kopf so nicht stehen. Er verwies auf den noch in Entstehung befindlichen mit 17 Mrd. Euro dotierten Notfallfonds. "Da kommt dann noch ein zweiter Fonds dazu und man muss das in Kombination sehen, wenn man es mit Deutschland vergleicht."

Kriterien für Hilfen aus dem Notfallfonds gebe es noch keine. Das entsprechende Gesetz werde nächste Woche beschlossen, so Kopf, der davon ausgeht, dass der Fonds über das Austria Wirtschaftsservice (aws) abgewickelt wird. Nach seinen Berechnungen wäre es ab heute, Freitag, innerhalb von 14 bis 17 Tagen umsetzbar.

Auch die Wirtschaftskammer selbst fühle sich "selbstverständlich verpflichtet, in dieser Notsituation mitzuhelfen", betonte Kopf. Die WKÖ habe etwa die Grundumlagen ausgesetzt, wodurch ihr 200 Millionen Euro ausfallen. Die WKÖ sei außerdem an der Stundungsaktion des Bundes, was die Steuern und Abgaben betrifft, beteiligt, da ja die Kammerumlagen über Steuern eingehoben würden. Die Abwicklung des Härtefallfonds erfolge darüber hinaus ohne jegliche Kostenberechnung. (apa)