Die Regierung hat Hilfsgelder auch für Kleinstunternehmen versprochen, ausgezahlt werden diese allerdings noch nicht. Die Crowdinvesting-Plattform Conda stößt nun in diese Lücke und unterstützt vom Coronavirus wirtschaftlich betroffene Unternehmen dabei, flexibel und kurzfristig ihre Liquidität zu stärken. Gleichzeitig wird durch Zinszahlung mittels Gutscheinen der Umsatz gefördert. Der Bedarf ist groß, berichtet Conda-Gründer nud -Geschäftsführer Daniel Horak. In den ersten Tagen von "Conda hilft" sind bereits mehr als 100 Anfragen eingegangen. Mit der Kampagne des Wiener Unternehmens Starbike ist jetzt nach nur fünf Tagen Vorlaufzeit das erste "Conda hilft"-Projekt online.

Finanziert wird die Unterstützung durch die Crowd und steht laut Horak "auf soliden rechtlichen Beinen": Die Unternehmen können Kapital in Form von Nachrangdarlehen nach dem Alternativfinanzierungsgesetz (AltFG) von Unterstützern aufnehmen. Conda verzichtet im Zuge der Kampagne auf die eigene Marge und gibt nur Drittkosten (3 Prozent der Finanzierungskosten) weiter. Die Crowdinvestoren können sich ab dem Mindestbetrag von 100 Euro beteiligen. "Conda stellt ein Instrument zur Verfügung, um eine Zwischenfinanzierung korrekt und rechtlich sicher abzuwickeln", so Horak. "Es geht darum, von einigen wenigen Unterstützern die vielleicht wenigen zehntausend Euro zu bekommen, die einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen das Überleben in der Corona-Krise garantieren können."

Warum er "Conda hilft" ins Leben gerufe hat? "Betroffene Unternehmen benötigen jetzt einen Finanzierungsmix. Die öffentlichen Hilfen - aber eben nicht nur diese - sind wichtig und sollten unbedingt wahrgenommen werden. Rasche Hilfe durch eine Zwischenfinanzierung ist ebenfalls nötig. Die kleineren öffentlichen Hilfsprogramme und Förderungen werden schnell verbraucht sein, die Umsetzung der größeren wiederum mehr Zeit in Anspruch nehmen."

Außerdem können die Hilfspakete nicht alle Branchen im gleichen Ausmaß unterstützen. Bei Conda melden sich Unternehmen vom EPU bis zur gestandenen mittelständischen Firma aus den verschiedensten Branchen (Handel, Gastro, Hotel, B2B-Dienstleister, etc.).Zinsen und Rückzahlung können dabei auch als Naturalleistungen, Dienstleistungen oder in Form von Produkten erfolgen. So soll nicht nur die Liquidität sichergestellt, sondern auch der Umsatz der Unternehmen angekurbelt werden.

"Conda hilft" soll keine Konkurrenz zu Gutschein-Plattformen darstellen, betont Horak. "Wir können jedoch auf ein jahrelang etabliertes Netzwerk zurückgreifen und daher auch die notwendigen Finanzierungsvolumen erreichen."Und er verspricht nachhaltige Hilfe durch transparente Überprüfung der Unternehmen, Beratung und Begleitung.

Die Wiener Firma Starbike, die als erstes Unternehmen eine "Conda hilft"-Kampagne gestartet hat, verkauft Fahrräder, Fahrradkleidung und -zubehör und bietet auch einen Reparatur- und Leihservice. Das erst 2019 gestaltete neue Geschäftslokal ist nun wegen der Corona-Krise bis auf weiteres geschlossen, nur die Werkstatt kann eingeschränkt betrieben werden. "Wir sind mit großen Zielen in unser neues Geschäft im Nordbahnviertel gezogen. Durch die Corona-Krise sind unsere ambitionierten Pläne verschoben", erzählen die Starbike-Geschäftsführer Michael Tolksdorf und Michael Knoll. "In unserer umsatzstärksten Zeit bricht uns jetzt unverschuldet der Umsatz weg." Sie wenden sich nun an ihre (potenziellen) Kunden um Unterstützung, damit sie weitermachen können. Mit Hilfe der Crowd sollen nun 150.000 Euro an Zwischenfinanzierung eingesammelt werden. Der jährliche Zinssatz beträgt 8 Prozent, der umsatzabhängige Bonuszinssatz 4 Prozent pro Jahr. Der Vertrag läuft fünf Jahre lang, die Zinszahlung erfolgt in diesem Fall in Form von Starbike-Wertgutscheinen.

www.conda.at