Am Sonntag haben die Experten beraten, am Montag wird die Regierungsspitze einen Fahrplan für einen Neustart der heimischen Volkswirtschaft nach Ostern präsentieren, der schrittweise den Weg aus dem verordneten Lockdown weisen soll.

Bereits bekannt ist, dass zuerst der kleinere Fachhandel seine Geschäfte wieder aufsperren soll. Demnach werden noch im April kleine Elektronik-, Sportartikel- undSpielzeughändler wieder aufsperren können, erklärte Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer am Sonntag in einer Videokonferenz mit Journalisten. Die entscheidenden Parameter sind dabei: Abstand halten, Masken tragen und Einhaltung von Hygieneregeln für Kunden wie Mitarbeiter.

Als nächstes könnten Geschäfte mit "mehr Fläche" und "mehr Leuten" folgen. Wo aber "viele Leute" tätig seien und es zu sehr engen Kontakten zwischen Menschen komme, werde wohl längere Zeit nötig sein, erklärt Mahrer: Gemeint sind hier persönliche Dienstleistungen wie in Friseursalons, Massagen, Pediküre, Maniküre - "die kommen sicher nicht in der ersten Phase". Ob in der Gastronomie Gastgärten früher aufsperren als geschlossene Lokale? "Ich will über ungelegte Eier nichts sagen", kommentierte Mahrer. In der Gastronomie gehe es nicht nur um den Umgang mit den Gästen, sondern auch um die Tätigkeiten in der Küche. Fernreisen werden in absehbarer Zeit kein Thema sein, Priorität müsse es daher sein, zunächst den Inland-Tourismus wieder zu ermöglichn, so Mahrer.

Hoffen auf Fast-Normalbetrieb im 3. Quartal

Grundsätzlich ist der WKO-Präsident aber durchaus zuversichtlich. Er rechnet, sofern der Neustart gelinge, mit einem "starken Comeback der rot-weiß-roten Wirtschaft". Dies deshalb, weil Österreich ein umfassendes Hilfspaket geschnürt habe, um Konsumenten und Wirtschaft durch den verordneten Lockdown  zu helfen. Werde dies im 2. Quartal erreicht, sei ein Fast-Normalbetrieb im 3. Quartal möglich, sofern die Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit weiter greifen und von den Menschen auch eingehalten werden. Einzige, bereits erwähnte  Ausnahme: Gastro-und Tourismus, wo Normalität noch länger auf sich warten lassen könne.

Entsprechend zuversichtlich zeigt sich Mahrer, dass diese Krise nicht zu einer grundsätzlichen Neudefinition der Rolle des Staates im Wirtschaftsleben führt. Neu würden lediglich die Maßstäbe sein, wie sich Regierungen in Europa wissenschaftlich und technologisch auf Krisen wie diese vorbereiten. Zudem werde es zu einer verstärkten Re-Industrialisierung in Europa kommen - mit dem Ziel, strategisch wichtige Güter im Medizin- und Technologiebereich wieder in der eigenen Region zu produzieren. Auch Forderungen nach einem Schuldenschnitt für hochverschuldete Staaten wie Italien erteilt Mahrer in seiner Rolle als Präsident des Generalrats der Österreichischen Nationalbank eine Absage. Für Österreich rechnet er, auf Basis der bisherigen Erkenntnisse, mit einem Anstieg der Staatschulen von derzeitb knapp 70 auf rund 80 Przent nach der Krise.