Die Ratingagentur Moody's sieht Österreichs Bankensektor in der aktuellen Corona-Krise gut aufgestellt. Daher belässt die US-Agentur den Ausblick auf "stabil". Das macht eine Verschlechterung des aktuellen Ratings von Aa1 für die nächsten 12 bis 18 Monate unwahrscheinlich. Seit Ende März hat Moody's 19 europäische Bankenmärkte geprüft, nur sechs davon bekamen einen stabilen Ausblick.

Moody's geht wie praktisch alle Prognoseinstitute von einem Einbruch der Wirtschaft 2020 und einer Erholung ab der zweiten Jahreshälfte 2020 aus. Das werde zu mehr notleidenden Krediten und Druck auf die Gewinne der Banken führen. In Österreich habe es aber zu Beginn der Krise relativ wenige faule Kredite gegeben, und die großen Hilfsprogramme der Regierung mit Kurzarbeit und Unterstützung für Unternehmen würden die Auswirkung der Rezession dämpfen, heißt es in der Länderbewertung von Moody's. Auch die Kapitalausstattung der österreichischen Banken dürfte "robust" bleiben.

Lob gab es nach Teilnehmerangaben in einem Analysten-Call am Donnerstag dafür, dass sich Österreichs Banken bereits vor der Krise um nachhaltige Kreditvergabestandards gekümmert haben. Die Kapitalausstattung sei so erhöht worden, dass nun ein Puffer für Krisen in der Höhe von 19 Milliarden Euro zur Verfügung stehe. Die faulen Kredite aus Zeiten der Finanzkrise von 2008/2009 seien abgebaut, die Osteuropa-Töchter so aufgestellt worden, dass sie sich aus ihren eigenen Märkten finanzieren. Moody's halte es für unwahrscheinlich, dass staatliche Unterstützung für Banken selbst erforderlich sein wird.

Moody's bewertet 16 österreichische Banken oder Bankengruppen, die zusammen 70 Prozent der Banken-Aktiva halten. (apa/kle)