Der Österreichische Gewerkschaftsbund und die Plattform "Sezonieri" haben eine staatliche Preisregulierung für Erntehelfer gefordert. "An einer staatlichen Preisregulierung für unser Gemüse kommen wir nicht vorbei", meinte der Tiroler PRO-GE Sekretär Bernhard Höfler am Mittwoch in einer Aussendung. Zudem wurde ein kollektivvertraglicher Mindestlohn von 1500 Euro verlangt.

"Der Staat muss hier seiner sozialen Verantwortung gegenüber Erntehelfern und Landwirten nachkommen und dafür sorgen, dass anständige Arbeitsbedingungen endlich Realität werden", so Höfler. Der "freie Markt" habe in diesem Bereich offenkundig versagt, erklärte der Gewerkschafter und Sonia Melo, Aktivistin der Kampagne "Sezonieri" unisono.

Stundenlohn in der Höhe von 8 Euro brutto üblich

Kritik übte Höfler einmal mehr an dem Unternehmen Immoservice 24. Aufgrund der Bestimmungen gemäß Arbeitskräfteüberlassergesetz sei ein Arbeiter für die Arbeit am Feld bei einem Stundenlohn von 10,65 Euro brutto einzustufen. Damit wären sie für den Landwirt jedoch wesentlich teurer als Erntehelfer, die acht Euro brutto pro Stunde erhalten. "Um dieses 'nicht rentable' Geschäftsmodell trotzdem gewinnbringend in die Tat umsetzen zu können, tauchen dann Unternehmungen wie zum Beispiel die Immoservice24 GmbH auf und bieten diese Dienstleistung auf Basis von Werkverträgen in Höhe von 120 Euro pro Tag netto an - das heißt ein Lohn von Brutto für Netto, pauschaliert in Rechnung gestellt", bemängelte Höfler.

Diesbezüglich will die Gewerkschaft PRO-GE nun das Lohn- und Sozialdumpingbekämpfungs-Gesetz aktivieren. Damit werden die zuständigen Institutionen ÖGK und Finanzpolizei zeitnah ersucht, hier Prüfungen und Kontrollen vorzunehmen. (apa)