Monatlich mehr als 20.000 Euro Leerstandskosten am Forstlichen Bildungszentrum Traunkirchen (OÖ) kritisiert der Rechnungshof (RH) in einem am Freitag veröffentlichten Bericht über das Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft. Rund ein Viertel der Nutzfläche des Bildungszentrums stand den Prüfern zufolge leer.

Das Landwirtschaftsministerium hat das Bundesforschungszentrum 2005 ausgegliedert. Dafür habe es trotz "ungünstiger Rahmenbedingungen" kein Konzept mit Szenarien für die langfristig kostendeckende Betriebsführung gegeben, heißt es in dem Bericht. So wurde trotz absehbarer jährlicher Kostensteigerungen aufgrund automatischer Gehaltsanpassungen die Basiszuwendung von 15,5 Mio. Euro nominell gedeckelt.

Dementsprechend verzeichnete das Forschungszentrum von 2014 bis 2017 einen Rückgang der Jahresüberschüsse von 225.000 Euro auf 4.000 Euro. Parallel dazu stieg der Personalaufwand in diesem Zeitraum von 16,7 Mio. Euro auf 17,8 Mio. Euro. Um den Kostenanstieg auszugleichen, gab es ab 2016 vom Landwirtschaftsministerium jährlich Zusatzfinanzierungen. Doch schon ab 2022 werde eine neuerliche Finanzierungslücke erwartet, kritisiert der Rechnungshof und empfiehlt die Entwicklung eines tragfähigen Finanzierungskonzepts.

 

Ursprünglich Reduktion der Mietkosten geplant

2018 wurden die Forstliche Ausbildungsstätte Ort und die Forstfachschule Waidhofen/Ybbs an einem neuen Standort zum Forstlichen Bildungszentrum Traunkirchen zusammengelegt. Das Landwirtschaftsministerium und das Bundesforschungszentrum hätten damit auch eine Reduktion der Mietkosten auf höchstens 500.000 geplant, was nicht erreicht wurde. Grund dafür seien u.a. die Übernahme eines Schülerwohnheims durch das Forschungszentrum und die Ausweitung der Nutzflächen auf das Doppelte gewesen. Das führte zu Errichtungskosten von rund 39 Mio. Euro und den Anstieg der jährlichen Gesamtmietkosten auf voraussichtlich rund 930.000 Euro.

Die wesentlichen Projektentscheidungen seien vom Ministerium ausgegangen, auch der Beschluss, trotz günstigerer Kaufvariante zu mieten, heißt es im Bericht. Den überwiegenden Anteil der Gesamtmiete übernahm das Ministerium als Untermieter des Bundesforschungszentrums. Mangels Nutzungskonzept und zahlender Mieter stehe rund ein Viertel der vom Ressort angemieteten Nutzfläche (rund 3.800 Quadratmeter) leer, wodurch seit Oktober 2018 monatlich Leerstandskosten von rund 20.300 Euro anfielen. (apa)