Die Austrian Airlines heben wieder ab. Am 15. Juni sollen erstmals seit drei Monaten wieder Linienflüge stattfinden. Der Plan sei vorbehaltlich neuer behördlicher Beschränkungen, teilte die Lufthansa-Tochter AUA am Donnerstag mit. Das Angebot umfasst 37 Destinationen und stellt ein Zwanzigstel der Flüge vor der Coronakrise dar. Langstreckenflüge finden sich noch nicht im Programm.

"Sobald wir auf der Kurz- und Mittelstrecke wieder genügend Zubringerverkehr aufgebaut haben, werden wir auch wieder Langstreckenflüge anbieten. Das könnte schon im Juli der Fall sein", sagte Vorstand Andreas Otto in der Aussendung. Gerettet ist die AUA mit dem Neustart aber noch nicht. Sie verhandelt mit dem österreichischen Staat weiter über Hilfen von bis zu 767 Millionen Euro. Auch die Rettung der Lufthansa in Deutschland hängt noch in der Luft.

Fliegen nur mit Maske

Die ersten AUA-Flieger gehen nach London, Paris und Brüssel. In der ersten Flugwoche werden auch Amsterdam, Athen, Basel, Berlin, Bukarest, Dubrovnik, Düsseldorf, Frankfurt, Genf, Hamburg, Kopenhagen, Larnaka, München, Pristina, Sarajevo, Skopje, Sofia, Stockholm, Stuttgart, Tel Aviv, Thessaloniki, Tirana, Varna und Zürich aufgenommen. In der zweiten Woche ab dem 22. Juni kommen Belgrad, Graz, Innsbruck, Kiew, Košice, Mailand, Nizza, Prag, Split und Warschau dazu. Zum Einsatz kommen vorerst hauptsächlich kleinere Maschinen wie Embraer 195 und Dash 8. In den Folgewochen sollen weitere Destinationen aufgenommen werden. Der Flugplan für Juli werde derzeit ausgearbeitet.

An Bord sowie am Flughafen Wien sind Passagiere verpflichtet, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Alle Passagiere werden von der AUA gebeten, ihre Schutzmasken - so wie auch in anderen öffentlichen Verkehrsmitteln - selbst mitzubringen. An den Schaltern seien "Sneeze Guards", also Plexiglasscheiben angebracht. Zudem würden alle Kunden ersucht, bei der Planung ihrer Reise die aktuellen Einreise- und Quarantänevorschriften der jeweiligen Destinationen zu beachten. An den Sicherheitskontrollen könne es wegen der Hygienevorschriften zu längeren Wartezeiten kommen.

Kein freier Mittelsitz im Flieger

Im Flugzeug selbst wird es keinen Mindestabstand geben, Sitze würden nicht freigehalten. Die AUA sieht durch die Klimaanlage an Bord nur ein geringes Infektionsrisiko. "Spezielle Filter sorgen während des Fluges für eine stete Reinigung der Luft an Bord. Der Standard dieser Geräte entspricht jenen in klinischen Operationssälen, wodurch die Luft an Bord sauberer ist als jene, die ein Mensch auf der Erde einatmet. Darüber hinaus findet die Luftströmung in Flugzeugen von oben nach unten statt. Das heißt, eine Verteilung der Luft zwischen den Sitzreihen ist unwahrscheinlich", erklärte die Airline in der Aussendung.

Die AUA hatte Mitte März ihren Flugbetrieb eingestellt und seither ihre Flugpause alle zwei bis drei Wochen verlängert. Der vorerst letzte Linienflug mit der Flugnummer OS 066 war am 19. März in den Morgenstunden aus Chicago in Wien gelandet. Ein Teil der Flotte blieb für Hilfsflüge im Einsatz. Der Lufthansa-Mutterkonzern und die Schweizer Schwesterairline Swiss hatten den Flugbetrieb in der Corona-Zeit nie zur Gänze ausgesetzt. Vor der Coronavirus-Pandemie hatte die AUA erst einmal in ihrer über 60-jährigen Geschichte den Flugbetrieb eingestellt. Das war 2010 wegen der Aschewolke in Island, nach dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull. Damals dauerte die Flugpause nur wenige Tage, dieses Mal werden es beim Neustart im Juni fast 90 Tage gewesen sein.

Auch der AUA-Konkurrent Laudamotion hatte im März seinen Flugbetrieb eingestellt, die Ryanair-Tochter wird in Wien wahrscheinlich aber nicht mehr abheben. Die Lauda-Basis in Wien soll geschlossen werden und die Flüge ab Wien vom irischen Mutterkonzern übernommen werden. Der ungarische Billigflieger Wizz Air wiederum hatte bereits ab dem 1. Mai vereinzelt Flüge ab Wien durchgeführt, musste aber einen Großteil der geplanten Strecken wieder absagen. Nun will Wizz Air bis Ende Juli laut AviationNetOnline 55 Ziele ab Wien im Programm haben. (apa)