Die Sozialversicherung der Selbstständigen, die SVS, hat den Zuschuss für Psychotherapie fast verdoppelt - gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Krise sei dafür der richtige Zeitpunkt, heißt es. Konkret wurde der Betrag von  21,80 Euro auf 40 Euro angehoben. Der Psychotherapieverband hofft, dass sich die anderen Sozialversicherungen daran ein Beispeil nehmen.

"Der Bedarf von Psychotherapie bei Selbständigen steigt. Die Situation wurde durch die Corona-Krise verschärft und zeigt, dass die psychische Belastung bei Unternehmern und Landwirten durch diese Ausnahmesituation stark zunimmt" erläutert Peter Lehner, Obmann der Sozialversicherung der Selbständigen.

"Psychotherapie für alle, die es brauchen

Durch die Corona-Krise seien depressive Symptome, Angstsymptome und Schlafstörungen stark gestiegen. Höhere Kostenzuschüsse seien ein wichtiger Schritt in Richtung leistbare Psychotherapie, sagt Peter Stippl, Präsident des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie. Der Verband fordert "einfacheren Zugang zur Psychotherapie für alle, die es brauchen."

Vor wenigen Wochen warnte die WHO vor einem Steigen psychischer Erkrankungen durch die Auswirkungen der Corona-Krise. Eine gemeinsame Studie des ÖBVP und der Donau-Universität Krems zeigt, dass die psychische Belastung durch die Krise enorm gestiegen ist.

Der  ÖBVP ist die freiwillige, vom Bundesministerium für Gesundheit  anerkannte, unabhängige Interessenvertretung von PsychotherapeutInnen,  die sich mit der psychosozialen und psychotherapeutischen Versorgung in  Österreich sowie einem Rahmenvertrag für Psychotherapie befasst.