Kommendes Jahr wird es um drei Euro täglich ein Jahresticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel im Land geben. Die dafür nötigen 240 Millionen Euro an Förderungen sind gesichert, kündigte Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Montagabend im Rahmen der Pressekonferenz zur AUA-Rettung an. Damit ist der erste Schritt zum angekündigten 1-2-3-Ticket gemacht.

Für die bundeslandweiten Öffi-Tickets um einen Euro bzw. länderübergreifenden Tickets um zwei Euro pro Tag muss noch verhandelt werden, hieß es vom Verkehrsministerium. Dafür sind auch zusätzliche Mittel nötig. Diese Stufen würden nicht unbedingt schon 2021 in Kraft treten.

Zugleich kündigte Gewessler auch einen deutlichen Ausbau der Nachtzüge an. Die ÖBB werden um 500 Millionen Euro dafür neue Züge kaufen. Die Regierung will Nachtzüge auf den innerösterreichischen Streckenteilen ab 2024 um 10 Millionen Euro pro Jahr subventionieren.

Als Geschäftschance für die ÖBB ist auch zu sehen, dass künftig die AUA Strecken nicht mehr fliegen darf, wenn die Bahn die gleiche Verbindung in weniger als drei Stunden schafft. Diese Einschränkung gilt allerdings nur für die AUA, nicht etwa für die Lufthansa. Kurzstrecken werden aber künftig für alle Fluglinien deutlich weniger attraktiv, denn für Flüge mit weniger als 350 km will die Regierung die Ticketabgabe auf 30 Euro erhöhen. Außerdem dürfen Tickets nicht weniger kosten, als Steuern und Gebühren, das seien im Schnitt rund 40 Euro.

Die AUA-Rettung hat auch konkrete Auswirkungen auf Salzburg. "Die Verbindung Salzburg-Wien wird von der AUA auch weiterhin nicht mehr geflogen", erklärte Salzburgs Klimareferent LHStv. Heinrich Schellhorn (Grüne) am Montagabend in einer Aussendung. Für alle Strecken, die unter drei Stunden per Bahn erreichbar sind, gelte jetzt das Prinzip "Zug statt Flug".

"Zusätzliche Zugverbindungen können diese Kürzest-Strecken schnell, komfortabel und klimafreundlich ersetzen", so Schellhorn. "Ich bin froh, dass hier die Zeichen der Zeit erkannt werden und es durch die Grünen endlich zu einem Richtungswechsel kommt." Mit dem AUA-Paket würden Arbeitsplätze gesichert und gleichzeitig deutliche Schritte Richtung Klimaschutz im Flugverkehr gesetzt.

Schellhorn zeigte sich erfreut darüber, dass das "1-2-3-Ticket" mit 240 zusätzlichen Millionen im Jahr 2021 endgültig auf Schiene gebracht werde. "Das ist ein echter Meilenstein. Dazu kommen 500 Millionen für neue und komfortable Nachtzüge. Hier wird an den großen Rädern gedreht und massiv umgesteuert." (apa)