Die Austrian Airlines (AUA) heben ab Mitte Juni wieder ab, allerdings werden die Erstflüge nach Kiew, London, Mailand und Stockholm aufgrund der verlängerten Landeverbote von Mitte Juni auf Anfang Juli verschoben, teilte die Fluglinie am Donnerstag mit. 36 Destinationen innerhalb von Europa werden ab nächster Woche wieder angeflogen.

Österreich öffnet ab 16. Juni seine Grenzen für insgesamt 31 Länder wieder. Reisefreiheit gibt es dann in alle EU-Staaten, ausgenommen sind Schweden, Spanien, Portugal und das aus der EU ausgetretene Land Großbritannien. Das gab die Regierung am Mittwoch bekannt.

Die AUA will ab Anfang Juli auch weitere Destinationen wieder aufnehmen, unter anderem Langstreckenflüge nach Bangkok, Chicago, New York und Washington sowie Urlaubscharter nach Griechenland. "Vor allem diese werden mit Blick auf den Sommer zunehmend von Reisewilligen angefragt", sagte AUA-Chief Content Officer Andreas Otto laut der Aussendung.

Das Rettungspaket für die Austrian Airlines bringt das voraussichtliche Ende für AUA-Zubringerflüge zwischen Salzburg und Wien. Inlandsflüge zwischen Innsbruck und Graz wird die heimische Airline nach der coronabedingten Pause ab 22. Juni wieder anbieten, Klagenfurt soll voraussichtlich im September folgen. Zwischen Linz und Wien gibt es seit 2018 keine AUA-Flüge mehr, sondern ein "Airrail"-Angebot gemeinsam mit der ÖBB.

22.000 Vollzeitstellen bei der Lufthansa wackeln

Bei der schwer angeschlagenen AUA-Mutter Lufthansa stehen 22.000 Vollzeitstellen auf der Kippe, die Hälfte davon in Deutschland. Eine "signifikante Senkung der Personalkosten" sei nötig, erklärte die Lufthansa nach einem Treffen mit Gewerkschaftsvertretern. Betriebsbedingte Kündigungen will die Fluggesellschaft durch Kurzarbeit und Krisenvereinbarungen aber möglichst vermeiden. Der Geschäftsführer der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO), Nicoley Baublies, erklärte, die 22.000 Vollzeitstellen entsprächen 26.000 Arbeitsplätzen im Konzern. Dies könne "niemandem gefallen".

"Wir gehen davon aus, dass die Flotte der Lufthansa Group nach der Krise rund 100 Flugzeuge weniger zählen wird", erklärte der Konzern - entsprechend weniger Piloten und Flugbegleiter werden gebraucht. Hinzu kämen Überhänge in der Verwaltung und im Drittkundengeschäft der Servicegesellschaften. Konzernweit hat Lufthansa 138.000 Beschäftigte. Bis zum 22. Juni wollen die Tarifpartner daher "konkrete, personalkostensenkende Maßnahmen" vereinbaren.

Die deutschen Oppositionsparteien Linke und Grüne warfen der schwarz-roten Regierung am Donnerstag vor, im neun Milliarden Euro schweren Rettungspaket für die Airline auf Beschäftigungsgarantien verzichtet zu haben.

 

British Airways veräußert Kunstwerke

Lufthansas Konkurrent British Airways will rund 12.000 der 42.000 Mitarbeiter abbauen, darunter 1250 Piloten. Neueste Sparmaßnahme ist der geplante Verkauf von mindestens zehn Werken ihrer Kunstsammlung. Ziel sei, einige Millionen Pfund damit zu lukrieren. In der Kollektion finden sich etwa Werke von Damien Hirst, Peter Doig oder Bridget Riley, die meist in Lounges und Flughäfen hängen. (apa, dpa, afp, reu)