Harald Mahrer wurde heute, Donnerstag, vom Wirtschaftsparlament für weitere fünf Jahre als Präsident der Wirtschaftskammer (WKÖ) eingesetzt, teilte die Wirtschaftskammer mit. Auch die neuen Vizepräsidenten - die Unternehmer Philipp Gady, Carmen Goby und Amelie Groß - wurden heute für ihre kommende Funktionsperiode bestellt.

Gady ist Geschäftsführer der Gady-Family-Unternehmen in der Steiermark. Goby ist PR-Beraterin, laut Mahrer eine "EPU-Repräsentantin" und derzeit Vizepräsidentin der WK Kärnten. Groß ist Geschäftsführerin der Inkasso Merkur GmbH und war schon Chefin der Jungen Wirtschaft (JW).

Lob für das "stark aufgestellte" Team der Wirtschaftskammer kam von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der heute eine Rede vor dem Wirtschaftsparlament gehalten hat, sowie aus der Industrie. Kritik kam dagegen von den Wirtschaftsvertretern der Oppositionsparteien. So fordern die Unos, der Wirtschaftskammer-Flügel der NEOS, mehr Transparenz und eine Reform des Wahlrechts samt Direktwahl des WKÖ-Präsidenten.

Die Freiheitliche Wirtschaft kritisierte zudem, dass die Coronahilfen für die Unternehmen nicht schnell genug ankommen und "an den realen Bedürfnissen der Betriebe" vorbeigingen.

Deutlich geringere Einnahmen

Aufgrund der Coronavirus-Krise erwartet die WKÖ für heuer deutlich geringere Einnahmen und außerordentliche Aufwendungen für die Mitgliederberatung und -betreuung, hieß es im Wirtschaftsparlament.

Als Vorsorge für Covid-19 wurden aus dem Ergebnis 2019 Rücklagen dotiert, diese betragen per Saldo 13 Millionen Euro, berichtete WKÖ-Vizepräsident Finanzreferent Richard Schenz. Für 2019 weist die WKÖ einen Bilanzgewinn von 0,8 Millionen (nach 3,2 Millionen) Euro aus, der der Ausgleichsrücklage zugewiesen wird.

Die Kammerumlagen betrugen voriges Jahr 222 Millionen Euro. Durch die Entlastung der Mitgliedsunternehmen waren das um 7,3 Millionen Euro weniger als 2018. Zu den Umlagen kommen 21,6 Millionen Euro an Waren- und Leistungserlösen. Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 36,8 Millionen Euro handelt es sich vorwiegend um Refundierungen für Projekte und Kostenersätze, denen entsprechende Aufwendungen gegenüberstehen.

Der Personalaufwand (inkl. Altersversorgung) sank gegenüber 2018 um 6,3 Millionen Euro auf 143,6 Millionen Euro, die Sachaufwendungen gingen um 6,4 Millionen auf 124,7 Millionen Euro zurück.

Der Betriebserfolg wird mit 12,8 Millionen Euro angegeben, der Finanzerfolg mit 1,4 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern betrug 14,2 Millionen Euro, nach Abzug der Kapitalertragssteuer verblieb ein Ergebnis nach Steuern von 13,8 Millionen Euro.  (apa/kle)