Nach 31 Jahren im Spar-Vorstand wird Gerhard Drexel (64) altersbedingt per Jahresende aus dem Vorstand ausscheiden und Anfang 2021 in den Aufsichtsrat des Handelskonzerns wechseln und dort den Vorsitz übernehmen. Der langjährige Spar-Chef und -Miteigentümer übergibt den Chefsessel an den zehn Jahre jüngeren Fritz Poppmeier (54), Sohn des Spar-Gründers Fritz Poppmeier, gab das Unternehmen am Freitag bekannt.

Sein Stellvertreter wird Hans K. Reisch (58), Enkel des Spar-Gründers Hans F. Reisch. Neu in den Vorstand kommen Marcus Wild, Markus Kaser und Paul Klotz. Rudolf Staudinger wird nach 36 Jahren bei Spar und nach 18 Jahren im Vorstand ebenfalls per Ende des Jahres mit 65 Jahren aus dem Vorstand ausscheiden.

Corona ließ Spar Marktführer werden

Die Marktführerschaft im heimischen Lebensmittelhandel hat sich mit dem heurigen Jahr geändert. Spar (Spar, Eurospar, Interspar) hat den Hauptkonkurrenten Rewe (Billa, Merkur, Penny) überholt. Demnach lag der Marktanteil von Spar im Jänner bei 34 Prozent und kletterte April auf 35,6 Prozent, womit man Nummer 1 sei. Bei Rewe musste man für die Masken selber zahlen, Spar stellte diese gratis zur Verfügung.

Der Spar-Marktanteil nahm über die vergangenen Jahre zu. Voriges Jahr stieg er auf 32,7 Prozent, 2018 lag er bei 31,9 Prozent. Da lag Spar-Hauptkonkurrent Rewe mit einem Marktanteil von 34,1 Prozent noch vorne.

Spar-Chef Gerhard Drexel verwies schon im Februar im APA-Interview darauf, dass man weiterhin über dem Markt wachsen wolle. Die Daten vom April dürften ihn demnach besonders freuen: Spar wuchs um 23 Prozent, der gesamte Lebensmittelhandel wuchs in der Coronakrise um 12,6 Prozent.

Drexel sieht mehrere Faktoren für die aktuelle Entwicklung verantwortlich: "Das ist zum einen ein seit Jahrzehnten praktiziertes Eintreten und Forcieren unserer österreichischen, regionalen und lokalen Partnerlieferanten aus Industrie, Handwerk und Landwirtschaft. Zum anderen ist es unser engagierter Einsatz für stabile Preise und attraktive Preisangebote für unsere Kundinnen und Kunden in ganz Österreich". Auch den selbstständigen Spar-Kaufleuten und den Mitarbeitern sei der Erfolg zu verdanken.