Die tschechische Sazka Group hält nun 55,48 Prozent an der teilstaatlichen Casinos Austria AG (Casag). Der Glücksspielriese Novomatic hat seinen Anteil von 17,19 Prozent nicht zuletzt wegen der Affäre rund um mutmaßlichen Postenschacher bei der Casag abgegeben. Sazka hielt schon zuvor mit 38,29 Prozent den größten Anteil.

Die Republik Österreich hält über die Staatsholding ÖBAG 33,24 Prozent der Casag. Der Rest sind kleinere Aktionäre.

 
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"Die Sazka-Gruppe ist als einer der größten paneuropäischen Lotteriebetreiber bestrebt, maximale Anstrengungen für die Weiterentwicklung des Unternehmens und Produktinnovationen zu unternehmen", versprach Sazka-Chef Robert Chvatal in einer Aussendung am Freitag. Gemeinsam mit den Mitaktionären setze man sich dafür ein, den Wert von Casinos Austria zum Wohle aller Aktionäre, Kunden, Mitarbeiter und der gesamten österreichischen Gesellschaft zu steigern.

Mehr als ein Viertel der Jobs sollen abgebaut werden

Kurz zuvor war bekanntgeworden, dass bei den Casinos mehr als ein Viertel aller Jobs abgebaut werden könnten. Das entsprechende, sogenannte Sanierungsprogramm ReFIT, das vom Unternehmen gemeinsam mit McKinsey ausgearbeitet wurde, wird dem Aufsichtsrat am 8. Juli in einer Sondersitzung präsentiert, berichtet der "Kurier" (Freitag). Die zwölf Inlandscasinos schreiben schon länger rote Zahlen, die Corona-Krise kam noch dazu.

Bis 2021 sollen 427 Vollzeit-Äquivalente Jobs gestrichen werden, die zwölf Standorte aber erhalten bleiben. Das ist ein Abbau von 27 Prozent. An defizitären Standorten könnten bis zu 55 Prozent der Stellen wegfallen. Die tatsächliche Zahl an insgesamt betroffenen Mitarbeitern ist wegen der Teilzeit-Arbeitsstellen höher und sollte sich erst ergeben. Geplant sind zusätzliche Abfertigungen und Teilzeit-Angebote.

Wer bleiben kann, muss aber mit Gehaltskürzungen bis zu 15 und 20 Prozent rechnen. Denn die Personalkosten sollen insgesamt um 11 Prozent gedrückt werden.

Das Management soll um ein Drittel verkleinert werden und damit von 113 auf 75 Vollzeitjobs sinken. Im Headoffice droht ein Stellenabbau von 41 Prozent auf 113 Arbeitsplätze, so der "Kurier".

Der Betriebsrat rechnet dem Zeitungsbericht zufolge für heuer mit einem Minus von 47 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat soll von fast 65 Millionen Euro ausgehen. Ohne eine Sanierung wird kommendes Jahr wieder mit einem Minus von fast 56 Millionen Euro gerechnet. Auch bei Umsetzung des Sparpakets wird 2021 eine Verlust von 13 Millionen Euro erwartet. 2022 soll dann aber wieder ein Plus von 9,5 Millionen Euro herausschauen.

Die Coronakrise sorgt für eine "träge" Rückkehr der internationalen Gäste, zitiert die Zeitung aus dem Unternehmenspapier. Die heimische Kundschaft komme nur teilweise wieder in die Casinos. Die Reduktion der verfügbaren Einkommen habe laut "ReFIT"-Analyse eine "geringere Zahlungsbereitschaft für Entertainment-Angebote zur Folge". Der Trend, dass weniger Gäste kommen, hält aber schon länger an. Vor allem jüngere Altersgruppen bleiben als Zocker aus. (apa/kle)