Die Corona-Krise haben die Wiener Winzer bisher gut durchtaucht. Mehrere Standbeine im Weinverkauf und die eigene Gastronomie hätten, so der "WienWein"-Obmann und Stammersdorfer Winzer Fritz Wieninger, gewährleistet, "dass es uns nicht so stark erwischt hat".

Sorgen bereite den "WienWein"-Winzern allerdings, dass das Wiener Weinbaugebiet unter einem Strukturproblem leide, das sich über die Jahre verschärft habe. So würden derzeit viele kleine Betriebe ums Überleben kämpfen. Die Gründe dafür seien vielschichtig, meint Wieninger. Einerseits gebe es Generationswechsel und niemanden, der übernehmen wolle, andererseits seien ausstehende, aber nicht finanzierbare Investitionen ein Thema. Sehr oft handle es sich bei den kleineren Winzern auch um Nebenerwerbsbetriebe, hart an der Grenze zur Liebhaberei.

Hilfe für kleine Winzer

Um solche Betriebe am Leben zu erhalten, haben die "WienWein"-Winzer ein Mentoring-Programm ins Leben gerufen. Man will damit einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass die Wiener Rebflächen nicht verrohen. Die Unterstützung für die Winzer reicht von der Weitergabe des Know-how bei der Weingartenpflege, über die Aushilfe mit Equipment bis hin zur umfassenden Beratung. Derzeit gibt es ein Mentoring für 30 Weinproduzenten mit insgesamt rund 70 Hektar Rebfläche, das sind 10,9 Prozent der gesamten Wiener Weingartenfläche.

"WienWein" ist ein Zusammenschluss der sechs Weingüter Christ, Cobenzl, Edlmoser, Fuhrgassl-Huber, Mayer am Pfarrplatz und Wieninger. Diese bestellen zusammen 280 Hektar Rebfläche und damit 40 Prozent des gesamten Wiener Weinbaugebiets. Für den Jahrgang 2020 gibt man sich zuversichtlich. "Da bahnt sich ein eher reiferer an, einer mit mehr Säure. Jetzt kommt es darauf an, wie der Sommer wirklich wird", so Wieninger.