Die Eisenschwammanlage in Corpus Christi (Texas) hat die Voestalpine bisher 1,5 Milliarden Euro gekostet - drei Mal so viel wie geplant (550 Millionen Euro). Das sagte Finanzchef Robert Ottel laut den "Oberösterreichischen Nachrichten" in der gestrigen Hauptversammlung. Im Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende März) habe das Werk ein negatives Betriebsergebnis von 58 Millionen Euro geliefert, heuer soll der Verlust 13 Millionen Euro betragen, nächstes Jahr soll ein Gewinn folgen.

Die Fluktuation in dem Roheisenwerk sei hoch, einer von vier Arbeitern verlasse das Werk innerhalb eines Jahres wieder, weil es im Umfeld viele Betriebe und entsprechend viele Jobs gebe, sagte Hubert Zajicek, Vorstandschef der Stahl-Sparte. Über einen Verkauf des Werks werde derzeit in der Voestalpine nicht gesprochen. Aber Aufsichtsratschef Joachim Lemppenau sagte laut "OÖN": "Es einfach zu verkaufen, ist nicht sinnvoll. Aber man könnte über Kooperationen nachdenken."

In der dreieinhalbstündigen virtuell abgehaltenen Hauptversammlung wurde die angekündigte Dividende von nur noch 20 Cent pro Aktie mit überwiegender Mehrheit akzeptiert.

Bekanntgegeben wurde auch, dass der frühere langjährige Vorstandschef Wolfgang Eder jährlich 476.772 Euro brutto Betriebspension erhält. Zum Ende seiner Vertragstätigkeit habe Eder wie für alle Vorstände üblich eine vertraglich - nicht gesetzlich - zugesicherte Abfertigung erhalten. Diese habe 3,41 Millionen Euro brutto betragen, als Basis dienten 1,2 Millionen Euro Grundgehalt und 2,21 Millionen Euro Bonus. Davon blieben ihm netto 1,65 Millionen Euro. Außerdem seien Eder Urlaubsansprüche im Wert von 92.000 Euro ausbezahlt worden.

Eder wehte bei Hauptversammlung "eisiger Wind entgegen"

Für den Zeitraum vom ursprünglichen Vertragsende Ende März bis zum 3. Juli 2019, als Eder mit der Hauptversammlung aus dem Vorstand ausschied, habe er 450.000 Euro und als variable Gewinnanteile 620.000 Euro erhalten und damit mehr als der neue Vorstandschef Herbert Eibensteiner, wie Voestalpine-Aktionär Rupert-Heinrich Staller in einer Anfrage vermerkte. Dieser Unterschied sei dadurch zustandegekommen, dass Eders Bonus schon im Juli ausgezahlt wurde, als die großen Abschreibungen und der letztliche Verlust für das Geschäftsjahr 2019/20 noch nicht absehbar gewesen seien. Für Eders Bonus seien die Ergebnisse der vergangenen drei Jahre herangezogen worden.

Auch die "Kronenzeitung" vermerkt, ein Jahr nach seinem Abschied "wehte Eder bei der Hauptversammlung eisiger Wind entgegen", auch wenn er gar nicht anwesend war. (apa/kle)