Der Telekom-Betreiber Magenta (früher T-Mobile Austria) beschleunigt den Netzausbau. Bis Jahresende sollen fast 40 Prozent der österreichischen Haushalte und Betriebe mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G versorgt werden können, kündigte die Tochter der Deutschen Telekom am Donnerstag an. 600 Sendestationen sind jetzt mit Juli aktiv, weitere 600 folgen im weiteren Verlauf des Jahres.

Österreich sei beim 5G-Ausbau unter den Vorreitern in Europa, sagte Magenta-Chef Andreas Bierwirth. Magenta habe mit heutigem Stand das größte 5G-Netz. Man ziehe den anderen voraus, so Bierwirth.

Allerdings ist der Netzbau ein Wettrennen, bei dem sich auch die Konkurrenten A1 und Drei nicht abhängen lassen werden. Ein Blick auf die Karte des RTR-Netztests zeigt, dass 5G bisher nur in Ballungsräumen erfolgreich getestet worden ist, und selbst da beschränkte sich der 5G-Empfang auf einzelne Handymasten. Durch neue 5G-fähige Smartphones dürfte das Thema aber demnächst die Nische verlassen.

Bierwith erwartet, dass bei Smartphones 5G 2021 den Durchbruch erleben wird und 2022 die Mobilfunk-Router folgen. Je mehr 5G nützen werden, desto geringer wird die Internetgeschwindigkeit. Das liegt daran, dass die Nutzer sich - anders als bei Festnetz - die Bandbreite eines Mobilfunksenders teilen. Die Netzprovider müssen daher im Hintergrund nach dem Start von 5G den Datendurchsatz durch weitere Antennen und die Anbindung der Sender laufend erhöhen.

Für Bahnstrecken vorerst noch nicht geplant

Entlang der Bahnstrecken wird 5G vorerst noch nicht verfügbar sein, auch entlang der Autobahnen wird 5G im Magenta-Netz nicht überall funktionieren. Bierwirth erklärte dies mit einer fehlenden Einigung mit den staatlichen Liegenschaftseigentümern ÖBB und Asfinag. Diese würden - im Widerspruch zum 5G-Pakt mit der Bundesregierung - so wie auch manche Gemeinden hohe Mieten für die Sendemasten verlangen. Mit der Stadt Wien hingegen gibt es eine Einigung.

Mit der fünften Mobilfunkgeneration 5G sind in Zukunft höhere Internetgeschwindigkeit und geringere Ladezeiten als bei 4G (LTE) möglich. Bierwirth sieht eine steigende Nachfrage nach höherem Speed. Durch den Corona-Lockdown seien viele Nutzer bei ihrer Internetverbindung an ihre Grenzen gestoßen. Durch Videokonferenzen, Home Office und Streaming habe sich das Datenvolumen deutlich erhöht. (apa/kle)