Die Republik Österreich wird sich am kommenden Dienstag über die Aufstockung zweier Bundesanleihen 1,38 Milliarden Euro an frischem Kapital holen. Eine 10-jährige sowie eine 30-jährige Bundesanleihe sollen aufgestockt werden, wie die Oesterreichische Finanzierungsagentur (Oebfa) auf ihrer Website mitteilte.

Beide Staatsanleihen sind erst heuer emittiert worden. Die 10-jährige Anleihe wurde im Jänner erstmals ausgegeben und hat einen Kupon von 0,00 Prozent. Die 30-jährige Anleihe mit einem Kupon von 0,75 Prozent wurde Ende März im Rahmen einer außertourlichen Anleihenemission im Zuge der Coronakrise ausgegeben.

Bei der jüngsten Aufstockung Ende Juni hatte die 30-jährige Anleihe eine Emissionsrendite von 0,416 Prozent erzielt. Die zehnjährige Anleihe war zuletzt mit einer Rendite von minus 0,143 aufgestockt worden.

 

60 Milliarden sollen insgesamt heuer aufgenommen werden

Die Oebfa muss wegen der Coronakrise heuer deutlich mehr Kapital am Markt aufnehmen als geplant. Rund 60 Milliarden Euro sind nun veranschlagt, das sind 80 Prozent mehr als noch Ende 2019 avisiert worden war (31 bis 34 Milliarden).

Über die Begebung von Bundesanleihen sollen mindestens 35 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufgenommen werden.

Österreich ist nicht der einzige Staat, der sein Finanzierungsvolumen wegen der Coronakrise und den dadurch entstehenden Löchern im jeweiligen Budget deutlich erhöhen muss. Deutschland erhöht sein Volumen heuer um 150 Prozent, die Niederlande sogar um 200 Prozent.

Das Finanzierungsvolumen von 60 Milliarden sei das Höchste, das sich die Republik Österreich bisher vorgenommen habe. Da Österreich aber ein sehr beliebter Anlagehafen bei den Investoren sei, habe Oebfa-Chef Markus Stix Stix "überhaupt keine Besorgnis", dass das Volumen nicht stemmbar sein könnte.

Ende Juni wurde die 100-jährige Anleihe aufgelegt

Die Oesterreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) hat erst Ende Juni nach drei Jahren zum zweiten Mal eine 100-jährige Bundesanleihe begeben. Die Republik konnte sich damit zwei Milliarden Euro am Finanzmarkt holen, die Emissionsrendite lag bei 0,88 Prozent.

Laut Medienberichten war die Nachfrage nach dem Papier groß. Laut einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg habe es Orders für die Anleihe in Höhe von 16 Milliarden Euro gegeben.

Ihre erste 100-jährige Anleihe hat die Oebfa 2017 vergeben. Auch damals war die Nachfrage groß, die Emissionsrendite lag jedoch noch deutlich höher bei über 2 Prozent. Bei der jüngsten Aufstockung im Juni lag der Zinssatz bei 1,17 Prozent. (apa)