Die Corona-Pandemie beschert dem Wiener Kautschukverarbeiter Semperit volle Auftragsbücher. Lag das Betriebsergebnis (Ebit) 2019 noch bei Minus 16,5 Millionen Euro, so könnte es heuer auf 110 bis 160 Millionen Euro steigen. Dies sei insbesondere davon abhängig, wie sich das Preisniveau für medizinische Schutzhandschuhe und die Verfügbarkeit von Rohstoffen entwickeln, so Semperit heute in einer Aussendung.

Der Kautschuk des Medizingeschäfts von Semperit war dieses Jahr stark nachgefragt. - © Semperit
Der Kautschuk des Medizingeschäfts von Semperit war dieses Jahr stark nachgefragt. - © Semperit

Die Schutzhandschuhe gingen nämlich zuletzt weg, wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

Die starke Nachfrage ändere aber nichts an den Plänen, sich in Zukunft auf das Geschäftsfeld Industriegummi zu fokussieren und sich vom Medizingeschäft zu trennen. "Die sich abzeichnenden Effekte der globalen Pandemie werden als bedingt nachhaltig bewertet. Aus diesem Grund ist die strategische Grundsatzentscheidung vom 28. Jänner 2020 (...) unabhängig von den im Gefolge der Corona-Krise jüngst zu beobachtenden Entwicklungen weiter aufrecht", so der börsennotierte Konzern.

Effekte aus Medizingeschäft "überkompensieren" Verlust aus Industriesparte

Für das künftig verbleibende Industriegeschäft lief es zuletzt allerdings virusbedingt nicht gut. "Die Ergebnisse des Sektors Industrie im laufenden Geschäftsjahr werden daher erkennbar unter dem Vorjahresniveau liegen. Die auf absehbare Zeit positiven Effekte aus dem Medizingeschäft werden diesen Rückgang aber deutlich überkompensieren", beschreibt es Semperit.

In Summe sei derzeit auf Basis aktueller Zahlen davon auszugehen, dass das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) der Semperit-Gruppe auf Gesamtjahressicht signifikant über dem Wert des Vorjahres (2019: 67,8 Millionen Euro) liegen werde. (apa)