Die Einkaufstour des heimischen Möbelhändlers XXXLutz geht weiter. Nach Zukäufen in Deutschland und der Schweiz übernimmt die XXXLutz-Gruppe gemeinsam mit dem US-Finanzinvestor CD&R den Möbel- und Elektronikhandelskonzern Conforama in Frankreich. Bisher gehörte Conforama zum angeschlagenen Handelskonzern Steinhoff.

Die Übernahme stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der französischen Wettbewerbsbehörde, teilte XXXLutz am Mittwoch mit. Conforama Frankreich ist mit einem Umsatz von mehr als 2 Milliarden Euro und 162 Einrichtungshäusern die Nummer zwei am französischen Einrichtungsmarkt. Die anderen Conforama-Töchter, unter anderem in der Schweiz, werden nicht übernommen.

Mit dem Kauf von Conforama Frankreich wird die XXXLutz-Gruppe gemeinsam mit dem US-Investor CD&R zur größten Möbelkette in dem Land. Dies sei "einer der bedeutendsten Zukäufe der Gruppe" in der Firmengeschichte, sagte XXXLutz-Sprecher und Marketing-Chef Thomas Saliger. "Die Marke Conforama und die Filialen sollen erhalten bleiben."

Die WM Holding des XXXLutz-Miteigentümers Andreas Seifert arbeitet seit 2016 mit dem US-Investor CD&R in Frankreich im Rahmen einer 50/50-Partnerschaft zusammen und betreibt seitdem gemeinsam die Möbelhandelskette But mit 302 Filialen und 2 Milliarden Euro Umsatz.

Über den Kaufpreis machte die XXXLutz-Gruppe keine Angaben. Conforama Frankreich sei für einen "symbolischen Preis" an den But-Eigentümer verkauft worden, gab Steinhoff am Mittwoch bekannt. Für 18 Immobilien von Conforama erhält Steinhoff rund 70 Millionen Euro. Conforama hatte aufgrund der Corona-Krise vergeblich versucht, staatliche garantierte Hilfskredite zu erhalten. Nach dem Eigentümerwechsel will die XXXLutz-Gruppe gemeinsam mit CD&R dann Conforama Frankreich eine mittlere dreistellige Millionensumme zur Verfügung stellen.

Liste der Firmenzukäufe wird immer länger

Mit der Conforama-Übernahme in Frankreich setzt sich die Shoppingtour der XXXLutz-Gruppe fort. 2019 übernahm XXXLutz sechs Schweizer Interio-Standorte von Migros sowie 23 Einrichtungshäuser der Pfister-Gruppe in der Schweiz und erwarb die fünftgrößte deutsche Möbelkette Roller zur Hälfte und die Kika-Filialen in Osteuropa. 2018 kaufte die Firmengruppe die Anteile der deutschen Kette Poco von Steinhoff. Die Übernahmen haben das Unternehmen mit Sitz in der oberösterreichischen Stadt Wels zum zweitgrößten Möbelhändler der Welt gemacht. Nur noch Ikea ist größer. (apa/kle)