Die Coronavirus-Pandemie hat den internationalen Warenaustausch ausgebremst. Im Shutdown-Monat April sind die heimischen Exporte gegenüber dem Vorjahresmonat um 22,9 Prozent auf 10,04 Milliarden Euro zurückgegangen, die Importe um 24,4 Prozent auf 10,25 Milliarden Euro. Daraus errechnet sich ein Handelsbilanzdefizit von 0,2 Milliarden Euro, geht aus den aktuellen Zahlen der Statistik Austria hervor.

"Die weltweite Corona-Pandemie hat den österreichischen Außenhandel hart getroffen. Der Wert der importierten Waren ist im April um rund ein Viertel und die Exporte um mehr als ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr eingebrochen", berichtete Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas am Mittwoch.

"Besonders deutliche Bremsspuren gab es bei Österreichs wichtigstem Handelsgut: Bei den Fahrzeugen und Maschinen stürzten die Einfuhren um 39 Prozent ab und die Ausfuhren sogar um 45 Prozent", so Thomas. Die Importe erreichten in diesem Bereich ein Volumen von 3 Milliarden Euro, bei den Exporten waren es 2,9 Milliarden Euro.

Zuwächse habe es unter den großen Warengruppen nur bei den chemischen Erzeugnisse gegeben, zu denen medizinische und pharmazeutische Produkte zählen. Hier stiegen die Exporte um 34,5 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro und die Importe um 3,2 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

Unter dem Strich hat sich das heimische Außenhandelsdefizit infolge des Corona-Dämpfers im April im Jahresabstand von 532,3 auf 217,4 Millionen Euro mehr als halbiert. Im Warenaustausch mit der Europäischen Union erzielte Österreich sogar einen kleinen Überschuss in Höhe von gut 100 Millionen Euro, nachdem hier im Vorjahresmonat noch ein hoher Fehlbetrag von über 700 Millionen Euro zu Buche stand. Die Lieferungen in die EU verringerten sich in dem Berichtsmonat um 21 Prozent auf 6,85 Milliarden Euro, die Bezüge um 28,1 Prozent auf 6,74 Milliarden Euro.

Beim Handel mit Nicht-EU-Ländern verlief die Entwicklung genau umgekehrt - hier bilanzierte Österreich im ersten vollen Corona-Shutdown-Monat mit rund 322 Millionen Euro negativ, nachdem ein Jahr davor noch ein Überschuss von etwa 177 Millionen Euro erzielt worden war. Die Exporte in die Drittländer sanken um 26,7 Prozent auf 3,19 Milliarden Euro, die Importe von dort gaben deutlich weniger stark um 15,9 Prozent auf 3,51 Milliarden Euro nach.

Im Zeitraum Jänner bis April 2020 gingen die österreichischen Warenexporte um 9,3 Prozent auf 47,37 Milliarden Euro nach unten, die Importe noch etwas stärker um 11,3 Prozent auf 47,98 Milliarden Euro. Dadurch verkleinerte sich das heimische Defizit im Außenhandel heuer in den ersten vier Monaten im Vergleich zur Vorjahresperiode von knapp 1,88 Milliarden auf 607,8 Millionen Euro um rund zwei Drittel. (apa/kle)