Nicht nur die Fluggesellschaften, auch die Flughäfen werden von der Corona-Krise voll getroffen: Es wird kaum noch geflogen, in den für Tausende Passagiere ausgelegten Hallen herrscht gähnende Leere.

Auch der Flughafen Wien-Schwechat meldet negative Passagierrekorde: Zwar verzeichnete der Airport im Juni mit 138.124 Reisenden fast sieben Mal so viele Fluggäste wie im Monat davor. Aber misst man die Passagierzahl im Jahresabstand, dann liegt sie gleich um 95,4 Prozent niedriger als 2019.

Die gesamte Flughafen-Wien-Gruppe - samt Malta Airport und Flughafen Kosice - registrierte im Juni 142.095 Reisende, um 96,2 Prozent weniger, gab die Flughafen Wien AG am Dienstag bekannt. Kumuliert von Jänner bis Juni sank das Passagieraufkommen am Standort Schwechat um 65,3 Prozent auf 5,091 Mio. Reisende.

Stellenabbau in Frankfurt

Ähnliche Statistiken kommen vom Flughafen Frankfurt, dem größten in Deutschland. Auch dort drückt die Coronakrise auf das Geschäft und die Erholung verläuft sehr schleppend. In der 28. Kalenderwoche (6. bis 12. Juli) zählte der Betreiber Fraport rund 275.000 Fluggäste und damit um 82,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Der Flughafenbetreiber Fraport kündigte bereits einen entsprechenden Personalabbau an: Im "Handelsblatt" sagte der Vorstandvorsitzende Stefan Schulte, dass die Passagierzahlen selbst in den kommenden Jahren um 15 bis 20 Prozent unter dem Normalniveau liegen werden. Von den weltweit 22.000 Stellen der Fraport-Gruppe stehen bis zu 4000 zur Disposition.

Keine Passagiere nach Nordamerika

An Lokalpassagieren verzeichnete man im Juni in Wien-Schwechat mit 120.802 um 94,7 Prozent weniger. Die Zahl der Transferpassagiere sank um 97,5 Prozent auf 17.296. Die Flugbewegungen lagen mit 2453 um 89,9 Prozent unter Vorjahr. Beim Frachtaufkommen (an und ab) gab es dagegen lediglich ein Minus von 34,9 Prozent auf 14.423 Tonnen.

Das Passagieraufkommen des Flughafen Wien nach Westeuropa war im Juni um 94,7 Prozent geringer als ein Jahr davor, nach Osteuropa um 94,8 Prozent. Nach Nordamerika sackte das Passagieraufkommen praktisch auf Null ab, es gab ein Minus von 100 Prozent - nach Afrika einen Rückgang um 99 Prozent. In den Nahen und Mittleren Osten verzeichnete man 98,7 Prozent weniger Passagiere, in den Fernen Osten 98,3 Prozent weniger. (apa, dpa)