"Es wird a Wein sein, und wir wern nimma sein": Frei nach diesem Wienerlied schienen Herr und Frau Österreicher der Corona-Krise gegenüber zu treten. Es war zumindest der Wille da, sich die Pandemie "schön zu saufen". Denn: im April diesen Jahres, als ganz Österreich in Quarantäne war, legte der Weinversand im Jahresvergleich um 261 Prozent zu.

Auch ansonsten nahm der Paketversand zu, wenngleich nicht so stark wie bei der Flaschenlieferung. DPD-Austria-Chef Rainer Schwarz macht den stationären Händlern wenig Hoffnung auf eine Rückkehr zu Vor-Corona-Zeiten: "Der Anteil am Online-Kauf geht nicht mehr runter." Von Jänner bis Juni verzeichnete DPD ein Plus von zwei Millionen Paketen auf 26 Millionen Sendungen gegenüber dem 1. Halbjahr des Vorjahres.

Schwarz sieht ein großes Potenzial für die CO2-neutrale Paketzustellung in den Städten, allerdings seien hier auch die Kommunen gefragt. Sie müssten preisgünstige Standorte zur Verfügung stellen, damit die kleinteilige - und damit kostenintensive - Zustellung auch wirtschaftlich vertretbar sei. Denn derzeit würde sich die Zustellung mit Elektrobikes nicht rechnen.

Schwarz verweist auf ein Pilotprojekt mit den Wiener Linien, bei der Remisen untertags vom Paketzusteller genutzt werden können - da die Straßenbahnen diese primär in der Nacht benötigen würden.

Die Coronavirus-Pandemie habe anfänglich zu einem starken Rückgang des Paketgeschäftes, vor allem im Geschäftskundenbereich, geführt. Vor Ostern sei dann das Geschäft wieder angelaufen, habe aber zu einer Verschiebung hin zu mehr Privatkundengeschäft geführt. Dieses habe vor der Krise bei rund 30 Prozent gelegen, nun betrage es 40 Prozent.