Der börsennotierte Verbund hat im ersten Halbjahr wegen der Coronakrise und einer geringeren Wasserführung der Flüsse weniger Gewinn erzielt. Der Konzerngewinn sank um 8,2 Prozent auf 310,4 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 6,8 Prozent auf 639,0 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Für das Gesamtjahr wird nun ein leicht höherer Konzerngewinn erwartet als zuletzt, beim EBITDA wurde die untere Schwelle angehoben.

Das Geschäftsmodell habe sich bewährt, so der Verbund. Der Fokus auf die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien, der Ausbau des österreichischen Hochspannungsnetzes, die Fokussierung der Downstream-Aktivitäten sowie der Aufbau neuer innovativer Geschäftsfelder hätten einen wesentlichen Beitrag geleistet. Die strenge finanzielle Disziplin in den Vorjahren habe dazu geführt, dass der Verbund über eine hohe Widerstandsfähigkeit verfüge und heute somit in einem etwas schwächeren und volatileren wirtschaftlichen Umfeld eine weiterhin gute Performance erzielen könne.

Wertminderungen im Kraftwerksbereich

Die Wasserführung war im Halbjahr niedriger. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke betrug 0,95 und lag damit um 5 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt und um 16 Prozentpunkte unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Erzeugung in den Speicherkraftwerken ist gestiegen.

Positiv auf das Ergebnis hätten sich die im relevanten Absicherungszeitraum gestiegenen Terminmarktpreise ausgewirkt. Die Spotmarktpreise seien - insbesondere bedingt durch die Auswirkungen der Covid-19-Krise - deutlich rückläufig gewesen, heißt es in der heutigen Mitteilung. Einmaleffekte habe es im Wesentlichen Wertminderungen im Kraftwerksbereich aufgrund der gestiegenen Kapitalkosten sowie der Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung betreffend das Donaukraftwerk Jochenstein gegeben. Das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis sei mit 301,0 Millionen Euro um 11,6 Prozent unter dem Wert der Vorjahresperiode gelegen. Der Umsatz sank um 14,1 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr erwartet der Verbund auf Basis einer durchschnittlichen Eigenerzeugung aus Wasser- und Windkraft im zweiten Halbjahr sowie der Chancen- und Risikolage ein EBITDA zwischen 1,15 und 1,25 Milliarden Euro. Bei der Ergebnisveröffentlichung zum ersten Quartal war eine Bandbreite von 1,09 bis 1,25 Milliarden Euro angegeben worden. Die Prognose für das Konzernergebnis liegt nun zwischen rund 510 und 570 Mio. Euro, nach zuletzt rund 470 bis 560 Mio. Euro. Die geplante Ausschüttungsquote für 2020 liege zwischen 40 und 50 Prozent des um Einmaleffekte bereinigten Konzernergebnisses zwischen rund 500 und 560 Mio. Euro, so der Verbund heute. (apa)