Wegen gestiegener Risikovorsorgen und Wertminderungen hat die Raiffeisen Bank International (RBI) im ersten Halbjahr weniger Gewinn erzielt. Unterm Strich standen 368 Millionen Euro, nach 571 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Ausblick bleibt unverändert zum ersten Jahresviertel.

Das Konzernergebnis sei "durch direkte und indirekte Effekte aus der Covid-19-Krise belastet: Dies betrifft die Kreditrisikokosten sowie Auswirkungen von Zahlungsmoratorien und Wertminderungen bei Beteiligungen und Firmenwerten", schreibt die Bank in einer Aussendung am Dienstag.

Die Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte stiegen im Halbjahr deutlich von 12 Millionen Euro im Vorjahr auf 312 Millionen Euro an. Die Neubildungsquote für die Risikokosten lag zudem im ersten Halbjahr bei 66 Basispunkten (0,67 Prozent), im Vorjahreszeitraum lag sie noch bei 2 Basispunkten. Der starke Anstieg sei vor allem der Corona-Pandemie geschuldet.

Hauptversammlung entscheidet über Dividendenausschüttung

Für das Gesamtjahr geht die Bank weiterhin von einer Neubildungsquote für die Risikokosten von 75 Basispunkten aus und erwartet ein geringes Kreditwachstum für 2020. Mittelfristig wird eine Kostenquote - das ist der Anteil der Kosten an den Einnahmen (Cost-Income-Ratio) - von 55 Prozent angepeilt, aktuell liegt sie bei 54,8 Prozent (Halbjahr 2019: 59,7 Prozent).

Auch an der Dividendenpolitik hält die Bank weiterhin fest und plant eine Dividendenausschüttung in Höhe von 20 bis 50 Prozent des Konzernergebnisses. Die Hauptversammlung, die darüber entscheidet, ist vorerst auf Oktober verschoben. Ende Juli hatte die Europäische Zentralbank (EZB) Europas Banken gemahnt, wegen der Corona-Krise bis 2021 auf Dividendenausschüttungen zu verzichten. Die heimische Finanzmarktaufsicht (FMA) unterstützt die Empfehlungen der europäischen Finanzaufseher.

Die Dividendenausschüttung basiere auf einer Zielquote für das harte Kernkapital (CET1) von rund 13 Prozent, schreibt die RBI. Zum Ende des ersten Halbjahres lagen bei der RBI die harte Kernkapitalquote bei 13,2 Prozent, die Kernkapitalquote bei 14,6 Prozent (Vorjahr: 15,4 Prozent) und die Eigenmittelquote bei 17,5 Prozent (Vorjahr: 17,9 Prozent).

Die Bank befinde sich in "solider Verfassung und, habe "eine gute Kapitalausstattung und eine starke Liquiditätsposition", so RBI-Chef Josef Strobl laut Aussendung. Mittelfristig wird eine Kostenquote - das ist der Anteil der Kosten an den Einnahmen (Cost-Income-Ratio) - von 55 Prozent angepeilt. Aktuell liegt die Kostenquote bei 54,8 Prozent (Halbjahr 2019: 59,7 Prozent). (apa)