Die Wirtschaftsprüfer der Commerzialbank Mattersburg, TPA, sehen sich weiter als Opfer in dem Bilanzskandal, in dem unter anderem Guthaben bei anderen Banken vorgetäuscht wurden. Dass die Prüfer diese Fälschungen nicht erkannt bzw. die notwendigen Informationen nicht selbst eingeholt haben, begründet die TPA damit, dass es keine Zweifel an der Existenz dieser anderen Banken gegeben habe.

"Eine direkte Anfrage bei den Kreditinstituten ist nach den Prüfungsstandards nicht vorgeschrieben, wenn es - wie bei den uns vorliegenden Bestätigungsschreiben - keinen Zweifel an der Existenz der jeweiligen Kreditinstitute gibt", zitiert das Ö1-Mittagsjournal des ORF-Radio eine Stellungnahme der Prüfer.

Anwalt Johannes Neumayer bezeichnete die Begründung gegenüber Ö1 als "vollkommen kurios". Dass die Prüfer - wie berichtet - die Bestätigungen von anderen Banken nicht selbst angefordert hätten, sondern dies über die Mattersburg-Bank geschehen sei, widerspreche den internationalen Prüfvorschriften. Neumayer rechne damit, dass die Prüfer oder ihre Versicherung haften, hieß es in dem Bericht.

In Österreich habe der Oberste Gerichtshof (OGH) im Fall der Riegerbank ausjudiziert, dass die Prüfer unbeschränkt haften, da sie die Einholung von Salden-Bestätigungen bei Drittbanken unterlassen habe, so Neumayer.