Die kleine österreichische Autobank - sie ist in München und Wien börsennotiert - steht schon einige Zeit im Visier der Finanzaufsicht (FMA). Nun hat die FMA per Bescheid mit sofortiger Wirkung eine Aufpasserin in die Bank, die auf Kfz- und  Leasingkreditfinanzierungen spezialisiert ist, gesetzt.

Die Wirtschaftsprüferin Dorotea-E. Rebmann soll den Bankchefs als "vorläufige Verwalterin" bei der laufenden Sanierung auf die Finger schauen. Laut FMA handelt es sich dabei um eine Frühinterventionsmaßnahme, die es ermögliche, "tatsächlichen oder drohenden Verstößen gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen möglichst früh entgegenzuwirken."

Rebmann soll höchstens ein Jahr in diesem Amt bleiben. Jedenfalls aber solange Bedarf nach diesem erstmals angewandten Frühinterventionsmodus besteh. Die Verwalterin muss u.a. laufend Einschätzungen über die Finanzlage der Bank abgeben.

Die Bank mit rund 330 Millionen Euro Bilanzsumme und rund 50 Beschäftigten ist eine Direktbank, sie hat keine Filialen. Sie ist vor allem bei Autofinanzierungen bzw. Leasing in Österreich und Deutschland tätig. Nach mehreren Eigentümerwechseln gehört sie heute maßgeblich deutschen Gesellschaften.

Bilanz für 2019 liegt noch nicht vor

Wegen der Autoabsatzkrise war die Bank bereits länger unter Druck für eine Neuaufstellung (in Richtung Leasing-Refinanzierungen). Die voriges Jahr eingeleitete Geschäftsumstellung zog 2019 nach damaligen eigenen Angaben 20 Kündigungen nach sich, ging dem Vernehmen nach aber nur schleppend vonstatten, als heuer noch die Coronakrise verschärfend dazukam.

Eine Bilanz für 2019 liegt bisher nicht vor. Wegen Corona gibt es dafür grundsätzlich Zeit bis zum Herbst.

Die Autobank war in den 1970er-Jahren von der einstigen Tarbuk Autogruppe als Autohandels-und Leasing Bank AG gegründet worden. In einem Magazinbericht ("trend") war kürzlich von Verlusten die Rede, und es wurde ein "Insider" zitiert, der nun von Existenzbedrohung gesprochen haben soll. Laut "trend" sollen wegen mutmaßlicher Interessenkonflikte führender Organe nicht rechtskräftige Abberufungsverfahren angelaufen sein. (apa)