Dass die Einlagensicherung, die nach Bankpleiten für Private und kleine Firmen bis zu 100.000 Euro einspringt, teurer wird, daran herrscht in der Bankenlandschaft kein Zweifel mehr. Heuer sind bereits zwei Banken - die Ex-Meinl-Bank AAB sowie die Mattersburger Commerzialbank - pleite gegangen. Ob Sparer da künftig einmal mitzahlen sollen, dazu ist man in der Branche uneins.

"Ein klares Nein" kam am Freitag vom Chef der landeseigenen Hypo Niederösterreich, Wolfgang Viehauser. Für kleine Sparer sei dies nicht zumutbar, sagte er zur Apa.

Zuletzt hatte der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen Bank International (RBI), Johann Strobl, laut darüber nachgedacht, Kunden zu einem Beitrag heranzuziehen, so wie es bei anderen Versicherungen der Fall sei. Strobl wünscht sich hier eine Mindestverantwortung von Sparern. Verbraucherschützer (AK, VKI) lehnten dies umgehend entschieden ab.

Auch in der Hypo NÖ (Hypo NOE Landesbank für Niederösterreich und Wien) will man von solchen Selbstbehalten bei der Spargeldsicherung nichts wissen: Einem Retailkunden, also privaten Sparern, könne nicht zugemutet werden, komplexe Bilanzen zu verstehen. Wenn man etwas Positives am Fall Mattersburg finden wollte, dann den Beweis, dass die Einlagen bis 100.000 Euro sicher seien, und dass das System funktioniere. Daran dürfe auch nicht gerüttelt werden, sagte Viehauser.

Hohe Zinsen, hohes Risiko

Institutionellen Kunden mit weit mehr als 100.000 Euro am Konto wäre indes sehr wohl zumutbar, sich Gedanken über eine Bank zu machen, von der bekannt sei, dass sie verlockend hohe Zinsen zahle. Sehr hohe Zinsen würden üblicherweise höheres Risiko bergen.

Dass die Zahlungen der Kreditwirtschaft in die Einlagensicherung insbesondere nach dem Konkurs der Commerzialbank Mattersburg - wo es um immerhin bis zu 490 Millionen Auszahlungen gehen dürfte - wieder zunehmen, steht schon fest. "Das glauben wir nicht nur, das wissen wir schon", sagte Viehauser. "Die Banken müssen den Topf wieder auffüllen", nicht auf einen Schlag, aber über die nächsten Jahre verteilt. Gespeist wird der Einlagensicherungstopf aus Bankenbeiträgen. Bis 2024 muss der Fonds mit mindestens 0,8 Prozent der gesicherten Einlagen gefüllt sein. (apa)