Wegen eines historischen Tiefststands bei den Zuckerrübenanbauflächen ist die Zukunft der Agrana-Zuckerfabrik in Leopoldsdorf mit 150 Arbeitsplätzen ab 2021 unklar. Für die heurige Rüben-Verarbeitungssaison im Herbst fiel Mitte August noch die Entscheidung die beiden Agrana-Fabriken in Tulln und Leopoldsdorf in Betrieb zu nehmen.

Evaluierung angekündigt

Der börsennotierte Frucht-, Zucker-und Stärkekonzern Agrana ist bei Endkunden in Österreich vor allem mit seiner Marke "Wiener Zucker" bekannt. Zuletzt schrieb der "Kurier", dass noch in diesem Monat entschieden werden soll, wie es 2021 mit der Zuckerfabrik Leopoldsdorf weitergeht. Die Agrana wollte sich auf APA-Anfrage nicht auf einen Zeitpunkt festlegen. "Es gibt keinen fixen Termin für eine Entscheidung zu Leopoldsdorf, keine Deadline", hieß es.

Bei der Vorlage der Agrana-Bilanzzahlen 2019/2020 im Mai war das Agrana-Zuckergeschäft in Österreich bereits Thema. "Im Laufe der Rübenkampagne im Herbst findet eine Evaluierung statt, was die zukünftige Rübenverarbeitung in Leopoldsdorf anbelangt", hieß es damals. Im Juli hatte die Agrana überraschend zwei der vier Geschäftsführer der Agrana Zucker GmbH abberufen.

Rübenbauern beunruhigt

Die heurige Entscheidung für die Zuckerrübenverarbeitung in den beiden heimischen Agrana-Fabriken hält nach Ansicht der Rübenbauern auch die Möglichkeit offen, im kommenden Jahr 2021 noch einmal einen Anlauf zur Ausweitung der Rübenfläche zu nehmen. "Die Aussichten, dass dies gelingen kann sind derzeit gegeben", erklärten die Rübenbauern Mitte August. Die Zuckerrüben-Anbaufläche in Österreich sinkt aufgrund niedrigerer Preise und Schädlingsbefall durch den Rübenrüsseler seit Jahren kontinuierlich, von rund 50.000 Hektar in den Jahren 2012 bis 2014 auf 26.000 Hektar im Jahr 2020. (apa)