Auf den Bereich der Forschung und Entwicklung (F&E) sind momentan viele Augen gerichtet, soll er doch den Weg aus der Krise weisen. Dennoch trifft die aktuelle Lage forschungsstarke Unternehmen hart. Für einen ökologischen Wirtschaftsumbau nach Corona brauche es in der Forschungsförderung jedenfalls "frisches Geld", so der Geschäftsführer der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, Klaus Pseiner.

Gerade für die forschenden heimischen Unternehmen stelle sich die aktuelle Situation als "ganz, ganz schwierig dar", sagte Pseiner im Vorfeld eines Arbeitskreises bei den Alpbacher Technologiegesprächen, der sich unter dem Titel "Forschung in Krisenzeiten" mit dem Nutzen angewandter Forschung beschäftigt. "Unsere klassischen Flaggschiffe haben jetzt auch die größten Herausforderungen."

Die Nachfrage nach Forschungsförderung sei gerade "extrem hoch". Im Rahmen der Basisförderprogramme liegen die Antragszahlen seit einigen Monaten um die 30 Prozent über dem Durchschnitt. Zurückzuführen sei das vor allem auf Aktivitäten von klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU).

Forschungsfördereinrichtungen haben kurz nach Beginn der Corona-Krise versucht, mit rasch umgesetzten eigenen Förderschienen, dabei zu helfen, Ansätze aus der Community zu holen, die unmittelbar bei der Auseinandersetzung mit dem Virus helfen können. Das reichte von Medikamentenentwicklung bis zur Herstellung verbesserter Schutzausrüstung. Nach dieser Art "Überlebensphase" komme man nun in die "Stabilisierungsphase".

Ein über drei Jahre laufendes, rund 300 Millionen Euro schweres Konjunkturpakt für Forschung des Umweltministeriums befinde sich gerade im Verhandlungs-Finish. Die FFG ist "sehr zuversichtlich", dann mit der Abwicklung dieses Programmes betraut zu werden.

Zukunft der Nationalstiftung steht in den Sternen

"Wenn das so kommt, ist das eine sehr gute Kompensation für das große Fragezeichen ‚Finanzierung durch die Nationalstiftung‘", sagte Pseiner. Die Zukunft dieses Förderinstruments, über das heuer 103 Millionen Euro ausgeschüttet werden, steht weitgehend in den Sternen. Gebe es hier keinen Ausgleich, "trifft das die FFG wirklich hart. Wir haben letztes Jahr über 60 Millionen Euro aus dem Topf zur Finanzierung bekommen", so der FFG-Ko-Geschäftsführer.

Wissenschaftsminister Heinz Faßmann hält eine Weiterentwicklung der Nationalstiftung zum "Fonds Zukunft Österreich" dringend nötig. Die Stiftung hat seit 2004 jährlich im Schnitt 90 Millionen Euro für Forschung ausgeschüttet. Heuer ist ihre gesetzliche Finanzierungsvereinbarung ausgelaufen. Der Forschungsrat hat eine rasche Einrichtung des "Fonds Zukunft Österreich" sowie jährliche Ausschüttungen von 250 Millionen Euro empfohlen. Die Tage des Forschungsrats sind unterdessen vorerst gezählt. Die Funktionsperiode der amtierenden Forschungsräte endet am 5. September.(apa)